Fernwanderwege: Die schönsten Etappen von Ahrsteig und Eifelsteig

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Herbstzeit ist Wanderzeit. Wenn sich das Laub der Bäume in prächtigen Gelb- und warmen Rot- und Brauntönen zeigt, taucht die Natur der Eifel in eine wunderbare Indian Summer-Stimmung ein. Eingehüllt in das angenehme Licht der Herbstsonne sind Wanderungen durch Wälder und Wiesen der Eifel ein einzigartiges Erlebnis.

Kaum eine andere Region ist so abwechslungsreich in ihrer landschaftlichen Vielfalt wie das Mittelgebirge zwischen Aachen, Köln, Koblenz und Trier. Eindrucksvolle Naturlandschaften und Nationalparks, Vulkankegel und Kraterseen, Maare und Stauseen, weiten Hochflächen, Streuobstwiesen und zerklüftete Felslandschaften sind nur einige Merkmale der Eifel, die es auf den Wanderungen zu entdecken gilt. Neben wehrhaften Burgen und fürstlichen Schlösser liegen malerische Eifelstädtchen mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern und historischen Altstädten.

Viele Wanderstrecken der Region verbinden die beeindruckende Landschaft, interessante Baudenkmäler und sehenswerten Ziele miteinander. Einige Fernwanderwege der Eifel verlaufen sogar durch zwei Bundesländer, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Auf den beiden schönsten Langstrecken, der Etappe 5 des Ahrsteigs und die Eifelsteig-Etappe 11, zeigt sich die eifeltypische Natur mit ihrer bunten Vielfalt gerade jetzt in voller, herbstlicher Schönheit. Wandersteige sind aber keine Wanderwege im üblichen Sinne und überfordern die meisten Spaziergänger. Einzelne Etappen und Abschnitte haben hohe Schwierigkeitsgrade, teilweise wandert man auf naturbelassen, unbefestigten Wegen. Festes Schuhwerk und eine ausreichende Trittsicherheit sind unbedingt erforderlich.

Felsen, Burgen, Wasser und Wein auf dem Ahrsteig

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Der Ahrsteig führt ambitionierte Wanderer auf einer Gesamtlänge von rund 100 Kilometern, eingeteilt in sieben Etappen, durch das gesamte Ahrtal. Auf einigen Etappen begleitet der Fernwanderweg die Ahr von ihrer Quelle im nordrhein-westfälischen Blankenheim bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig in Rheinland-Pfalz. Der Ahrsteig ist nicht nur ein anspruchsvoller Wanderweg, er begeistert vor allem durch seine Naturvielfalt sowie den Reichtum an Kulturschätzen entlang den Wegstrecken. Beachtliche Ausblicke in das romantische Ahrtal bis weit über die Ahrhöhen hinaus zeichnen die einzelnen Touren aus. Idyllische Waldwege und stille Wiesenpfade stehen sanften Hochflächen und engen Felspfaden gegenüber, einsame Hochplateaus wechseln sich mit lebendigen Weinorten ab.

Etappe 5: Von Kreuzberg nach Walporzheim

Herbstliche Eindrücke und spektakuläre Ausblicke im wildromantischen Ahrtal. (Foto: fotolia.)

Die neueste, fünfte Etappe des Fernwanderwegs ist gleichzeitig seine Schönste. Der lang ersehnte Ahrsteig-Lückenschluss verbindet endlich den westlichen mit dem östlichen Teil, den blauen mit dem roten Ahrsteig. Als Tagestour angelegt dauert die anspruchsvolle Wanderung von Kreuzberg nach Walporzheim etwa 7 Stunden. Markiert ist die Strecke durchgehend mit einem roten Ahrsteig-Logo. Begibt man sich auf diese rund 17 Kilometer lange Wanderung mit ordentlichen Anstiegen, belohnen unterwegs immer wieder spektakuläre Aussichten an der Burg Are, am Teufelsloch und auf dem Krausbergturm für die sportlichen Anstrengungen.

Diese Ahrsteig-Etappe führt durch die schönsten Landschaften des mittleren Ahrtals und bietet atemberaubende Ausblicke in das weinbautreibende Ahrtal und bis weit über die Ahrhöhen hinaus. Das enge Tal mit Felsen und Wäldern rund um die Weindörfer mit ihren steilen Weinhänge erfreuen die Wanderer und zeigen die landschaftliche Besonderheit und herbstliche Eindrücke des wildromantischen Ahrtals.

Beginnend mit dem Blick auf die Ruine der Höhenburg Are führt der Ahrsteig auf schmalem Pfad bergauf. Spätestens hier brauchen die Wanderer einen sicheren Tritt, denn der Abzweig zum sogenannten Teufelsloch liegt in einer wirklich spektakulären Felslandschaft. Die Entstehung der auffälligen Felsöffnung beschreibt eine Sage, nach welcher der Teufel einst im Ahrtal verweilte und vor lauter Weingenuss seine Heimkehr vergaß. Eines Tages saß er auf dem Berg gegenüber der Burg Are, als sich eine schöne Jungfrau näherte. Doch es war nur die eigene Großmutter, die sich in seinen Armen liegend in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandelte und den verliebten Teufel geradewegs durch die Felswand zurück in die Hölle schleuderte.

Auf einigen Ahrsteig-Etappen begleitet der namensgebende Nebenfluss des Rheins die Wanderstrecke. (Foto: fotolia.)

Ein weiterer Aufstieg führt zur Hochfläche der Krähardt und zur Teufelsley. Die unzähligen Schattierungen des Weinlaubes und der bunte Blätterwald im Herbst bezaubert auf dem nächsten Wegabschnitt, durch Wald und Reben und vorbei an der Ruine der Saffenburg aus dem 11. Jahrhundert. An der Ahr entlang verläuft der Weg weiter in Richtung Rech mit der berühmten Nepomukbrücke und nach Dernau. Gegenüber überragt der Krausbergturm, das Wahrzeichen des Weindorfes über den Wald. Nach dem steilen Aufstieg über einen felsigen Steig und den Treppenstufen des Aussichtsturms bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Ahrhöhen. Durch einen bunten Herbstwald mit kurvigen Pfaden laufen die Wanderer weiter hinunter zum Etappenziel in Walporzheim. Im Weindorf befinden sich das älteste Weinhaus, die zweitälteste Winzer-Genossenschaft der Ahr und viele gemütliche Winzerstuben.

Eindrücke vom Kampf der Elemente auf dem Eifelsteig

Auf landschaftlich abwechslungsreichen Strecken führt der Eifelsteig vom Hochmoor des Hohen Venn, durch den Nationalpark Nordrhein-Westfalens, durch die charakteristische Vulkaneifel und zu den markanten roten Buntsandsteinfelsen bei Trier. Die gesamte Region ist geprägt vom Kampf der Elemente – Feuer, Lava, Wasser und scharfe Winde haben die ausdrucksvolle Landschaft der Eifel geformt. Von Aachen in Nordrhein-Westfalen bis ins rheinland-pfälzische Trier führt der Eifelsteig auf seiner Gesamtlänge von 313 Kilometern, unterteilt in 15 Tagesetappen, ebenfalls durch die beiden benachbarten Bundesländer.

Etappe 11: Von Daun nach Manderscheid

Die Maare faszinieren durch ihre gewaltige Entstehungsgeschichte und das tiefe Blau des Wassers. (Foto: fotolia.)

Einer der schönsten Abschnitte des Eifelsteigs ist die Strecke zwischen Daun und Manderscheid mit einer stattlichen Länge von rund 23 Kilometern. Für diese lange Tagestour sollte man durchaus 8 Stunden Wanderzeit einplanen. Wer auf dieser Etappe nur eine Halbtagestour wandern möchte, kann die Strecke nach den Dauner Maaren abkürzen und von Üdersdorf mit dem Bus zurück nach Daun fahren.

Nach dem Start im Kneippkurort mit Eifel-Vulkanmuseum erreichen die Wanderer hinter Daun die sogenannten Augen der Eifel. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht liegen die drei wassergefüllten Vulkantrichter nebeneinander. Gewaltige Explosionen durch das unterirdische Zusammentreffen von Magma und Grundwasser ließen die Eifeler Maare vor rund 30.000 Jahren entstehen. Rund um die Maare befindet sich ein ausgedehntes Naturschutzgebiet mit seltenen Libellen und Vogelarten. Als Abstecher von der eigentlichen Eifelsteig-Etappe können die Maare selbst auch umwandert werden. Von oben betrachtet sind die Vulkanseen am schönsten, nach den teils steilen Aufstiegen entschädigen auch hier wunderschöne Ausblicke für die Anstrengungen.

Am höchsten Punkt dieser Gegend auf dem Mäuseberg steht der freistehende Dronketurm, von dem man je nach Wetterlage sogar bis in den Hunsrück blicken kann. Von oben genießen die Wanderer einen weiten Ausblick über die Dauner Maar-Landschaft, vom Gemünder Maar über das Weinfelder Maar bis zum Schalkenmehrener Maar. Im Sommer kann in den Naturfreibädern einiger Maare sogar gebadet werden. Weiter führt der Eifelsteig durch das Kraterdorf Schalkenmehren vorbei am Observatorium Hoher List auf dem höchsten Punkt des Schichtvulkans. Bei speziellen Führungen in der Sternwarte ist ein Blick ins Weltall möglich. Nun geht es hinab in das stille Tal der Lieser, die zu den kleineren Zuflüssen der Mosel zählt. Ab hier beherrschen eine unglaubliche Ruhe und die bunte Farbvielfalt der herbstlichen Wälder die weitere Strecke.

Nur das enge Liesertal liegt zwischen Oberburg und Niederburg. (Foto: fotolia.)

Auf dem nun folgenden Weg in Richtung Burgenstadt Manderscheid führt der Eifelsteig an der weltbekannten Fossilienfundstätte, am Eckfelder Trockenmaar vorbei. Hier wurde das berühmte Eckfelder Urpferdchen, das heute im Maarmuseum Manderscheid zu bewundern ist, entdeckt. Kurz vor dem Etappenziel wird es noch einmal anstrengend: auf schmalen Pfaden an Felsrippen entlang sowie über kleine Brücken und Stege steigen die Wanderer hinauf zu den imponierenden Manderscheider Burgen. Die dichte Lage beider Ruinen spiegelt den historischen Interessenkonflikt zwischen dem Kurfürstentum Trier und dem Herzogtum Luxemburg im Mittelalter wider.

Durch die ausgezeichnete Beschilderung der Eifeler Fernwanderwege lassen sich alle Etappen des Ahrsteigs und des Eifelsteigs auch ohne Wanderkarte, Kompass oder GPS genießen.

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About Jeannette

Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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