Disco Fever

Rolling Disco-Fever in der Eifel

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Rolling Disco Fever in der Eifel war eine sagenumwobenene, wahnsinnige Zeit. Die mobile Disco Soft Style mit ihrem DJ Hot Mix Master hatte Kultcharakter. Let’s Dance! Dreh das Licht runter, die Musik auf und ab geht’s. Die Zeit der 80er und 90er Jahre in der Eifel war legendär. Denn zwischen den Wipfeln der Bäume tönten bis weit hin die Klänge der mobilen Discos, die von Dorf zu Dorf zogen und den Bewohnern so richtig einheizten. Endlicheifel hatte das Glück mit DJ Hot Mix Master alias Frank Melotte von der rollenden Disco Soft Style persönlich zu sprechen und einen Teil der kultigen Rolling Disco Fever Zeit in die Gegenwart zu retten.

Vintage Kassette/Tape

Vintage Kassette/Tape

Mobile Disco zum Einheizen
„Während an den Wochenenden der 70er Jahre noch kuriose Bands in den Dörfern der Eifel für Stimmung sorgten, poppte in den 80ern immer mehr der Wunsch nach einem unbegrenzten Repertoire an Musik auf“, erzählt uns Franky Melotte, der in den 80ern eher unter dem Namen Hot Mix Master bekannt gewesen sein dürfte. Die aktuellsten Hits sollten her, brandneue Schallplatten aufgelegt werden und dazu funkelnde Lichter im Takt der Musik für die richtige Atmosphäre sorgen. So kam es, dass die Rolling Discos zum Leben erwachten und einen ganzen Landstrich in ihren Bann zogen. Turnhallen und Gemeindehäuser wurden fortan zu riesigen Tanzpalästen umfunktioniert und Sportfeste oder Feuerwehrveranstaltungen boten einen willkommenen Anlass, zu einem ausgewachsenen Musikfestival zu werden.

Die Geschichte von Franky fängt in Jünkerath harmlos an. „Damals legte ein Freund, der DJ bei Soft Style war, gerade auf, und fragte mich, ob ich ihn kurz am Pult vertreten könne, damit er mal schnell weg könne.“ die Chance ließ sich Franky nicht entgehen, der damals seine Musiktapes noch per Hand schnitt. Aus den paar Minuten wurde dann über eine Stunde, und am Ende des Abends kam der besagte Freund auf Franky zu und fragte ihn, ob er in der kommenden Woche in Pelm in der Turnhalle auflegen wolle.

Ein Kult wird geboren
Es wäre nie ein Kult entstanden, wenn der damals noch nicht mal 18 jährige Franky seine Chance nicht ergriffen hätte, und vor den etwa 1000 Leuten die Lautstärkeregler aufgedreht hätte. „Natürlich war ich aufgeregt, aber ich hatte dennoch Erfolg und das hat mich angespornt, weiterzumachen.“ Jedes Wochenende wurden ganze Dörfer abgegrast und die Leute kamen aus allen umliegenden Gemeinden zusammen. „Es war magisch. Der Kult, der sich um die Soft Style aufgebaut hat, war der Hammer. Die Leute mussten einfach kommen. Sie konnten gar nicht anders“, schwärmt Franky.

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Doch das kam natürlich nicht von ungefähr, denn der DJ beherrschte schon damals sein Handwerk. So bediente er nicht nur die Jugend, sondern auch die reifere Jugend. Von Disco Fox über Rock’n’Roll bis Techno wurde alles abgespielt. Jeder wusste, dass er nicht all zulange, warten muss, um zu seiner Musik zu tanzen. „Es waren Jung und Alt gemischt und haben gemeinsam gefeiert, das war schon toll. Nicht so wie heute, wo jeder seine eigene Party macht.“

Erinnerungen, die den Kult perfekt machen
Natürlich gab es um die rollende Disco drum rum auch viele Drogen und noch mehr Alkohol. Während die einen Joint um Joint durchzogen und mit geröteten Augen und einem Lächeln auf dem Gesicht zur Musik schwebten, battleten die anderen, wer am meisten Bier trinken konnte. „Da waren die Killing Cars aus Birresborn und die Road Racer aus Densborn. Die waren auf jeder Soft Style Disco vertreten und haben sich eine Schlacht geliefert. Kistenweise wurden die Stubbis angekarrt und dann getrunken. Wer am Ende des Abends den höchsten Turm aus leeren Bierkisten hatte, hat gewonnen.“ Die Leute haben immer geschaut, wer an diesem Abend gewonnen hat.

DJ Franky

DJ Franky

Woran Franky sich auch noch erinnert ist der Saal in Freilingen. „Wenn genügend Leute im Takt gesprungen sind, gingen alle Leute die im Saal waren unfreiwillig mit auf und ab.“ Denn der Boden des Saales war so gefedert, dass es manche mit der Angst bekamen, ein Stockwerk tiefer zu landen.

Die Zeit war etwas Besonderes. Die Musik, das Flair und das Vertrauen der Leute in ihren DJ, davon schwärmt der ehemalige Hot Mix Master noch heute. „Die wussten, wenn ich denen was Neues serviere, dann ist es gut, und sie haben die Tanzfläche gerockt. Auch, wenn Sie das Stück noch nicht kannten.“ Damals waren die Leute noch richtig scharf auf neue Musik und freuten sich immer, wenn eine Platte rauskam.

Heute ist die Tanzfläche leer, wenn etwas Neues gespielt wird und statt das alle zusammen Spaß haben, teilen sich die Leute nach Altersgruppen und Musikrichtungen auf. Damals kamen die Leute einfach, wenn klar war, dass Soft Style auflegt. „Inzwischen müssen wir die Stadt zuplakatieren, Flyer verteilen und freien Eintritt bis 23 Uhr gewähren … und ach ja, und ein Motto anbieten, damit überhaupt eine Party steigt.“ Früher wurde in runtergekommenen, undekorierten Sälen für 5 DM Eintritt die Nacht gerockt.

Historische Visitenkarte SoftStyle

Historische Visitenkarte SoftStyle

Sehnsucht nach damals
„Manchmal wünsche ich mir die Zeit von damals zurück. Dass alle gemeinsam zur gleichen Veranstaltung gehen können und gemeinsam Spaß haben“, sinniert Franky in Gedanken versunken. Was DJ Hot Mix Master alias Frank Melotte übrigens tatsächlich richtig gut kann, ist, die Menschen durch Musik zusammenbringen und verbinden. Ein Gefühl, was in der Rolling Disco Fever Zeit allgegenwärtig war. Let’s Dance – together.

Übrigens: Am 04.03.2017 legt Franky nochmal bei der Orangerie Club Night im Nells Park Hotel in Trier auf. Falls du also eine Zeitreise zurück zu den Wochenenden der 80er und 90er Jahren in der Eifel haben will, bist du herzlich eingeladen.

mm

About Viola

Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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