Musik in der Eifel 3: RoxxBusters

Anzeige
Anzeige

Die Eifel war vor allem für Cover-Rockbands – die wichtige Einschränkung muss sein – immer eine gute Adresse. Im dritten und letzten Teil unserer Serie geht es um RoxxBusters. Die Profimusiker treten in ganz Deutschland auf.

Den Auftritt, bei dem diese Fünf den Saal nicht im positiven Sinne „aufgemischt“ hätten, muss man wohl suchen. RoxxBusters besteht seit Herbst 2009 – und ist mittlerweile weit über die Grenzen der Eifel bekannt. Energie, Spielfreude, Musikbegeisterung, Detailverliebtheit – alles Begriffe, die zu dem Quintett aus fünf Profimusikern passen. An die 65 bis 70 Auftritte haben sie pro Jahr. Da reicht die Eifel schon lange nicht mehr für eine der derzeit angesagten „Tribute“-Bands aus der Region.

Tribute, Ehrerbietung an eine Zeit, in der Rockmusik hymnenhafte Stadionqualität hatte. „Die 1970er und 1980er Jahre waren einfach die produktivste Zeit der Rockmusikgeschichte“, so Bandgründer Frank Rohles, „es waren die Jahre, die uns und auch unser Publikum musikalisch am stärksten geprägt haben“.

Rohles, gebürtiger Spanier, 48 Jahre alt, lebt seit Mitte der 1980er Jahre in Bitburg. Seit mehr als 20 Jahren ist er in den verschiedensten Bands oder auch Rockmusical-Produktionen dabei gewesen. Er ist Musikproduzent und hat ein eigenes Studio. Für „We will rock You“ wurde Rohles von den Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor als Erstbesetzung für die Gitarre ausgesucht. Für die CD der Produktion erhielt er für Deutschland und die Schweiz die „Goldene Schallplatte“.

Anzeige

Auch die anderen RoxxBusters-Mitglieder sind in der Szene bekannte Namen. Frontmann Hagen Grohe, 38, war schon seit seinem 16. Lebensjahr im heimatlichen Landau in der Pfalz Sänger. Anfang 2009 wurde er von Joe Perry, Lead-Gitarrist von Aerosmith entdeckt, der ihn mit auf seine Solotournee durch die USA, Kanada und Großbritannien nahm. 2011 war Grohe Sänger der Band Katmandü aus der Schweiz, als Backgroundstimme tourte er unter anderem mit Chris de Burgh und hat mit 21Octayne eine eigene Band. Der gelernte Diplom-Audio Engineer betreibt nebenbei ein kleines Tonstudio.

Keyboarder und Pianist Tobias Schmitz, das Tasteninstrument hat er auch gelernt, stammt aus der Nähe von Prüm. Er studierte an der Popakademie Mannheim, arbeitete unter anderem mit Udo Lindenberg, den Söhne Mannheims und mit Jupiter Jones, der deutschlandweit erfolgreichsten Band aus der Eifel – genauer aus Prüm und Umzu – der letzten Jahre. Schmitz ist auch Mitglied der Band Von Brücken. Gleich zwei Roxxbusters-Mitglieder sind schließlich in der Big Band der Bundeswehr fest angestellt. Bassist Rainer Peters, 54, aus der Nähe von Prüm und Schlagzeuger Ralph „Ralle“ Winter, der in der Nähe von Gerolstein lebt, sind weltweit unterwegs.

2009 feierte die „Tribute to Rock“-Band in Bitburg ihr Debut. Eine Profiband, die es genau nimmt. Das „Nachspielen“, Covern,  tun schließlich viele auch in der Eifel, selbst wenn es „weniger werden“, wie Frank Rohles meint. Eine „Tribute“-Band will mehr: Hier muss alles möglichst genau so wie das Original klingen – von der Stimmfärbung des Sängers über die wiedererkennbaren Riffs der Gitarre oder die signalhaften Klänge des Keyboards in Stücken von Manfred Mann.

Erst wenn diese Grundstruktur stimmt hat zum Beispiel Frank Rohles die Lust zu purer Gitarrenleidenschaft. Wenn er bei „Purple Rain“ von Prince, einer der Höhepunkte jedes Roxxbusters-Konzertes, zum mehrminütigen Solo ansetzt, dann zeigt er seine Meisterschaft. Nahe am Original ist das schon – aber doch auch mehr. Diesen Mut und Experimentierfreude zeigen auch die anderen Bandmitglieder. Immer gilt: Vor die musikalische Freiheit hat der Anspruch das möglichst perfekte Beherrschen des Originals gesetzt.

Liest sich zu idealisiert? Frank Rohles wie den Mitmusikern ist ja klar, dass vor den Erfolg viel Probenfleiß stehen muss. „Wir leben alle von der Musik. Da reichen eben zehn bis zwölf Auftritte pro Jahr nicht“ (hier die Terminpläne für 2017). Acht Jahre lang geht es aber schon gut. Roxxbusters haben mit vier Live-CDs, zwei Konzert-DVDs und dem 2012 zur Fußball-EM veröffentlichten „Pokalsong“ oft ihr selbstgestecktes Ziel erreicht: Musik auf Spitzenniveau, die für die Fans magische Momente erzeugt. „Aus einer Zeit, als Musik noch ein Lebensgefühl war und Konzerte in ausverkauften Stadien Musikgeschichte geschrieben haben“, wie Frank Rohles meint. Pink Floyd, Deep Purple, Queen, Supertramp, U2, AC/DC: wer auch diese Heroes „nacherleben“ will – den nehmen RoxxBusters mit auf die Reise.

mm

About Stefan

Endlich Eifel – wegen der vielen Facetten, die für mich die liebenswerte Eifel ausmachen. Maare, Felsenlandschaften, wunderschöne endlose Wälder. Eine wertvolle einzigartige Kulturregion mit bedeutenden historischen Klöstern, Burgen, idyllischen Orten mit guter regionaler Küche. Über all das lohnt es sich zu erzählen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.