Musik in der Eifel 2: „Heavens a Beer“

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Die Eifel war schon immer für Rockbands eine gute Adresse. Im zweiten Teil unserer kleinen Serie mit Vertretern ihres Faches geht es um „Heavens a beer“ aus der Gegend um Mendig  in der Osteifel. Und um den „Äfelinator“.

„De Aureblick voll Glück“. Ohrwurmverdächtig ist nicht nur dieser Song von „Heavens a beer“. Das Sechstett wird immer mal wieder mit BAP verglichen. Drei Dinge stimmen tatsächlich überein: Songs im Dialekt, Rockmusik – und alles selbst komponiert und getextet.

Guido Krämer, Urban Meid, Rüdiger Korneli, Byrt Djouad, Klaus Drobzynski und Herbert Wolff stammen aber nicht aus Köln, sondern aus Rieden bei Mendig, Mayen und Bad Neuenahr- Ramersbach. Sie spielen seit sieben Jahren zusammen, erst als Coverband mit Stücken etwa von Uriah Heep, CCR oder ZZ Top. Doch dann schon ziemlich schnell in der gesamten Eifel, dem Westerwald, im Rheinland, auch in Baden-Württemberg nur mit den eigenen Songs.

„Heavens a beer“ – wie es zu diesem Namen kam, hört sich ein bisschen krude an: Bei einer Probe in der Garage wollten die Herren zwischen 40 und knapp Ü60 eine Pause machen. Da habe dann einer im Osteifeler Dialekt die Parole ausgegeben: „Häv äns a Bier!“ „An der Wand hing damals ein Poster mit dem Wort ‚Heaven‘, also Himmel“, erinnert sich Sänger Guido Krämer. Fertig war der Bandname der bis dahin namenlosen Kumpel-Truppe, aufgeschrieben auf einem Bierdeckel: „Heavens a beer“. Man wolle jedenfalls nicht zum Sich-Betrinken aufrufen, sondern zum gemütlichen Feierabendbier, darauf legt die Band Wert.

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Irgendwie ist die Geschichte typisch für die Herren, die speziell in der Osteifel eine große Fangemeinde haben. Ein Jugendsozialarbeiter, ein Inhaber einer Internetfirma, ein Automechaniker – das sind drei der „bürgerlichen“ Berufe, die die Sechs haben. Von den Einnahmen ihrer Auftritte leben müssen sie nicht. Was sein muss ist der Dialekt in den Songtexten: „Das ist Identität, das verbindet uns, das ist unsere Heimat. Und wir machen so die Eifel auch nach Außen bekannt“, meint Krämer.

Ein Bekenntnis zur Region – das ist auch auf den Videos der Band zu sehen, die bisher zwei Alben und eine Maxisingle veröffentlicht hat. Ob „De Aureblick voll Glück, „Hey Dohäm“, „Tränchje op de Zeit“, „Et kütt bi et kütt“: Immer geht es in den Texten um Gefühle, Heimat, den Alltag – und immer werden die Videos in der Eifel zwischen Maria Laach und Mendig gedreht.

In Andernach produzierten „Heavens a Beer“ in den renommierten „Hafen Studios“ von Fabian Zimmermann die erste CD, die den Bandnamen im Titel trägt. Auch die zweite CD vom vergangenen Jahr, „Vulkan Express“, entstand hier. Auf dem Cover ist ein Riesentruck, sinnbildlich für die rockige Wucht der Band. Eigentlich aber bezieht sich der Titel auf das Gegenteil von PS-Kraft oder Musikpower: „Vulkan Express“ ist der Spitzname für die Brohltal-Bahn, ein kleiner gemütlicher Schienenzug zwischen Brohl-Lützing am Rhein und Engeln.

Wuchtig, rockig: „Heavens a beer“ aus der Osteifel.

Auf der Bühne bringen sie ein weiteres Requisit mit, das nicht eifelerischer sein könnte: Der nachgebaute Kühler samt Vorderreifen eines Lanz Hela D 112 von 1961, der „Äfelinator“. Vom Band startet zu Konzertbeginn das Originaltuckern des Motors, die Scheinwerfer sind Bühnenbeleuchtung, Nebelmaschinen – und los geht’s mit „Heavens a beer“, dem traditionellen Konzertopener. Man habe sich da vom „Eliminator“ der Band ZZ Top inspirieren lassen, schließlich haben einige Bandmitglieder Heavy-Metal-Background. Andere kommen eher aus dem gemäßigteren Fach. Und alle haben eine mehr oder weniger lange Musikausbildung absolviert.

Dabei sind die „Heavens“-Männer keine durchgestylte Casting-Band sondern authentische Typen. Eine gewissen Körperfülle einiger Aktiver auf der Bühne stört da nicht, ebenso wenig dass Bassist „Byrt“ (Berthold Djouad)  immer wieder in neuen Kostümierungen erscheint und grundsätzlich barfuß spielt.

Wer „Heavens a Beer“-Fan ist, der mag genau dieses Echte und die „positive Beklopptheit“ (Guido Krämer) der Band. Ihren ersten Auftritt hatten sie auf einer kleinen Straßenkirmes im heimatlichen Rieden. Solche Gigs sind auch heute noch im Tourneeplan zu finden. „Heavens a beer“ bleibt so dicht bei seiner Fanfamilie und bietet, was die haben will:  Eifelgefühl, Dialekt und Rockmusik aus der großen Zeit der 1960er und 70er Jahre.

mm

About Stefan

Endlich Eifel – wegen der vielen Facetten, die für mich die liebenswerte Eifel ausmachen. Maare, Felsenlandschaften, wunderschöne endlose Wälder. Eine wertvolle einzigartige Kulturregion mit bedeutenden historischen Klöstern, Burgen, idyllischen Orten mit guter regionaler Küche. Über all das lohnt es sich zu erzählen.

4 thoughts on “Musik in der Eifel 2: „Heavens a Beer“

  1. Tolle Band, tolle Musik, die ins Ohr und ins Herz geht. Auch in Bayern haben die Jungs eine Fangemeinde. Danke für den super Beitrag.

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