Maibrauchtum in der Eifel

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Welche Maibräuche wurden einst in der Eifel gefeiert und welche Traditionen leben bis heute weiter? Woher kommen sie und welche Wirkung haben die Maibräuche eigentlich noch heute auf die Menschen?

Die Zeit um den ersten Mai herum ist eine mystische, altüberlieferte und heidnische Zeit. Dass sie heute noch mit einigen Maibrauchtümern auch in der Eifel gefeiert werden, liegt für den Einen oder Anderen vielleicht daran, dass wir uns an unsere Ahnen erinnern. An ihr heimliches Wissen über die Magie der Jahreszeiten, die Kraft der Symbole und die Lebendigkeit, die durch Tanz und Feuer in uns ausgelöst wird. Möglicherweise spüren wir auch heute noch eine durch das alte Brauchtum ausgehende Energie mit deren Hilfe wir die alten Wintergeister abschütteln können.

Von Maibäumen und Maibräuten

So ganz geklärt ist es nicht, wo der Brauch des Maibaums seinen Ursprung findet. Und doch ist er noch immer ein wichtiger Bestandteil, wenn es darum geht, symbolisch den Winter zu verabschieden. Angenommen wird unter anderem, dass die alten Germanen den Ritus ins Leben gerufen haben, und damit den Waldgottheiten huldigen wollten. Obwohl sich die Maibräuche oft von Dorf zu Dorf unterscheiden, gibt es doch Gemeinsamkeiten. So ist der bunt verzierte Maibaum wie etwa in Woffelsbach am Rursee immer an einem zentralen Platz im Dorf zu finden und die Zeremonie findet gemeinsam mit den Dorfbewohnern statt – in der Regel am Vorabend des 1. Mai.
Noch im 17. Jahrhundert freuten sich die Dorfjungen am darauffolgenden Tag auf die Mädchenversteigerung, bei der Paare durch das Los oder durch den Einfluss von Erwachsenen zusammengeführt wurden. Noch heute findet der – mittlerweile natürlich umstrittene – Brauch in Merode bei Langerwehe im Kreis Düren am Rande der Eifel statt.

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Doch dieser Brauch war der katholischen Kirche in der Eifel einst ein Dorn im Auge. Nicht nur dass die Mädchen versteigert wurden, sondern die jungen Männer trieben in jener Nacht auch eine Menge Unfug. Die Einnahmen wurden für die Organisation des Festes verwendet.

Als Gegenbewegung zu den offiziellen Verboten gegen das vermeintlich unsittliche Verhalten gründeten sich im 18. Jahrhundert die ersten Junggesellenvereine, die für Ordnung und Anstand sorgten. Diese Vereine bestehen bis heute, einige von ihnen wie in Walporzheim in der Ahreifel oder Ripsdorf bei Blankenheim organisieren Jahr für Jahr das Fest rund um den Maibaum.

 

Liebesmaien zum Verlieben

In der Eifel schmücken nicht nur die großen, weit über die Kirchtürme hinweg sichtbaren Maibäume die Ortschaften. Auch in der Region sind die kleinen „Liebesmaien“ verbreitet und wehen bunt verziert im Wind, angebracht von- nicht nur – jungen Männern zu Ehren ihrer „Angebeteten“. Auch bei diesem süßen Brauch ist nicht ganz klar, woher er stammt, doch das stört die Liebste, die das Bäumchen erhält, wohl wenig.

Ein Junggeselle schmückt für sie eine kleine Birke oder Fichte mit wehenden, farbenfrohen Bändern und bringt ihn in der Nacht zum 1. Mai zum Haus seiner Angebeteten. Dort bleibt das Bäumchen dann einen Monat stehen, bis er es wieder abholt und wenn er Glück hat, von seiner Liebsten zum Essen eingeladen wird oder zumindest einen Kasten Bier erhält. Heutzutage braucht es auch kein ganzer Baum mehr zu sein – ein liebevoll geschmückter Birkenzweig tut es auch. Manchmal ist es auch ein bunt dekoriertes riesiges Herz, das am Haus der Liebsten angebracht wird.

Die Hexennacht in der Eifel

In vielen Gemeinden der Eifel steigt der Rauch von lodernden Flammen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai empor. Das Feuerbrauchtum ist allerdings nicht nur auf die Walpurgisnacht beschränkt. Feen und Hexen sind in dieser Nacht aufgewacht – so die Sage – sie fliegen auf ihren Besen durch die Mainacht. Mag sein, dass von dem einstigen Beltane Fest, bei dem unsere Alten tatsächlich noch geglaubt haben mögen, sie würden die Fabelwesen der Zwischenwelt um Hilfe bitten, um die Dunkelheit des Winters zu vertreiben, heute nur noch die Feuer übrig geblieben sind.

Die Hexennacht wird etwa auf der Burg Satzvey zwischen Euskirchen und Kommern ausgiebig gefeiert. Hier wird in dieser Nacht ein ganz besonderer Tanz aufgeführt. Aus ganz Deutschland kommen als Hexen und Zauberer verkleidete Gäste und freuen sich auf ein buntes Programm im mittelalterlichen Flair der Burg. Wenn dann um Mitternacht das Feuer angezündet wird, hüpft das Herz der Verliebten höher – denn dann ist die Zeit für die alte Tradition des „Maisprungs“ gekommen. Begleitet von Livemusik springen wahrscheinlich nicht nur Pärchen – wie es einst Brauch war – durch die Flammen.

 

Ein Brauch wurde nicht erwähnt? Dann hinterlasse einen Kommentar und teile uns mit, wie er in Deinem Ort gefeiert wird.

 

INFO: Sophie Lange hat auf ihrer Website einiges zu den Maibräuchen auch in der Eifel gesammelt.

 

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About Viola

Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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