Leckeres aus der Wildkräuterküche der Eifel

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Tja, wer hätte das gedacht? Die gelben Tupfer auf der Wiese begeistern nicht nur das Auge, sondern auch den Magen. Das Unkraut am Wegesrand ergibt einen wohlschmeckenden Eintopf, einen köstlichen Salat oder ein wunderbares Risotto. Lecker zubereitet erfreuen die wilden Pflänzchen den Gaumen ebenso wie den Körper. Wildkräuter sehen nämlich nicht nur schön aus, sondern sind auch noch gesund. In der Eifel finden sich zwischen Bärlauch, Gänseblümchen und Sauerampfer eine ganze Menge mehr leckere Kräuter, die die Küche erfrischen und den Genießer oder die Genießerin durch ihren ungewöhnlichen Geschmack verwöhnen.

Sauerampfer angepflanzt, aber nicht kultiviert. (Foto: fotolia)

Eine kurze Einführung in die Wildkräuter

Als Wildkräuter werden krautige Wildpflanzen bezeichnet, die anders als die gezüchteten Kulturpflanzen, ihr erfreuliches Unwesen im Garten, auf Wiesen, Äckern und in Wäldern treiben. Sie wachsen meist, ohne gezielt angepflanzt zu werden und viele von ihnen sind nutzbar. Manche dienen der Heilung, andere als Nahrung und viele von ihnen können beides: Gut schmecken und gesund erhalten. Inzwischen finden sich einige Äcker, auf denen Wildkräuter gezielt angebaut werden. Solange sie nicht züchterisch verändert wurden, gelten sie weiterhin als Wildkraut.

Die meisten Wildkräuter haben einen intensiven Geschmack, anders als ihre gezüchteten Verwandten. Manche Geschmacksvariationen unter den Wildkräutern lassen sich bei den Kulturpflanzen gar nicht mehr finden, wie etwa der Geschmack von Sauerampfer. Wer also auf den bitter-sauren Geschmack des Ampfers nicht verzichten möchte, muss ihn selbst anbauen oder sammeln.

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Kräuterwanderungen und andere Nascherreien 

Um den Sauerampfer vom Farn unterscheiden zu können, bieten sich Wildkräuterführungen an. Verschiedene Anbieter in der Eifel organisieren Kräuterführungen, zu denen viel Wissenswertes an die Interessierten weitergegeben wird. In Blankenheim wird eine Wanderung rund um Reetz und ins Weilerbachtal angeboten, in deren Anschluss die gesammelten, grünen Schätze verarbeitet und weggenascht werden. Löwenzahn, Giersch, Klee, Brenneseln und eventuell auch Sauerampfer werden je nach Jahreszeit in den mitgebrachten Korb gelegt. Nach der Wanderung werden die geernteten Kräuter zu einer köstlichen Mahlzeit verarbeitet. Als leckeren Nachgeschmack bekommen die Teilnehmer ein Gläschen der Kräutermarmelade, dem Kräutercurry oder Chutney.

Wandern auf dem Eifeler Kräuterpfad

Auf den Kräuterpfaden der Eifel. (Foto: fotolia)

Auf dem Eifeler Kräuterpfad können die Kräuter und Pflanzen der Eifel selbst entdeckt werden. Dieser beginnt in Nettersheim, auf dem Eifelsteig, und führt bis nach Bad Münstereifel. Entlang des Pfades können Wanderer mit all ihren Sinnen die Natur der Eifel erleben. Um sich vor der Wanderung geschmacklich auf den Weg einzustimmen, gibt es im Bauerngarten des Naturzentrums einen leckeren Kräutertee, aufgegossen aus den heimischen Wildkräutern. Wer sich bei der Ernte der Kräuter nicht sicher ist, kann sich auf dem Themenwanderweg einer ausgebildeten Kräuterpädagogin anschließen. Diese weiß, welche der Kräuter uns guttun, von welchen wir besser die Finger lassen oder welche der Kräuter unsere Speisen auf interessante Art bereichern, wie etwa der Sauerampfer. 

In der Kräuterküche verwöhnen lassen

Für all jene, die sich durch die Kräuterküche nur schlemmen möchten, empfiehlt sich das Restaurant Kleefuß in Kempenich. Dort trifft die französische Kräuterküche auf die bürgerliche Eifelküche. Jede der köstlichen Speisen ist durch feine Wildkräuter abgerundet und kunstvoll für das Auge dekoriert. Wer nach dem Genuss doch Lust hat, an einer Kräuterwanderung teilzunehmen, braucht nur zu fragen. Die geführte Wanderung findet rund um den Gasthof statt. Allerdings sollte anschließend Platz im Bauch sein, denn nach der Wanderung wird ein 3-Gänge-Menü serviert, dass mit den gezeigten Kräutern zubereitet wurde. 

Rustikal, köstlich und wild geht es auch im Wild-Kräuter-Restaurant „Steffelberg“ zu. Die regionale Küche des Gasthofs hat auf ihrer Speisekarte nur Gerichte ohne Zusatzstoffe, dafür aber mit reichlich Vitaminen. Der Restaurantchef Ralf Berg verwendet ausschließlich natürliche Aromen, die er den Wildkräutern der Eifel entnimmt, darunter auch je nach Jahreszeit einen Hauch Sauerampfer. Ein besonderes Geschmackserlebnis sind die hausgemachten Kräuterteigtaschen, die mit einem edlen Wein von der Mosel besonders gut munden. 

Für die Kräuterküche zuhause: Das Sauerampfer-Risotto

Wer nun Lust bekommen hat, selbst einmal mit Wildkräutern zu kochen, der findet jetzt ein leckeres Rezept: das Sauerampfer-Risotto. Falls das Kraut nicht im eigenen Garten wächst, an vollsonnigen bis halbschattigen Orten fühlt es sich wohl und kann dort geerntet werden. Die Ernte der länglichen, lanzettförmigen Blätter ist zwischen Frühjahr und Mitte Juni mehrfach möglich.

Sauerampfer-Risotto aus dem eigenen Wildkräutergarten. (Foto: fotolia)

  • 100 g Sauerampfer
  • 300 g Risotto-Reis
  • 1 mittelgroße Zwiebel(n)
  • 2 EL Olivenöl
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml trockner Weißwein
  • 1 Dose Safranfäden
  • 150 g Parmesan, gerieben

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und im Olivenöl anbraten. Anschließend den Risotto-Reis zugeben, etwas anbraten und schließlich mit dem Weißwein ablöschen. Unter ständigem Rühren den Reis so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit vollständig aufgenommen ist. Die Safranfäden untermischen und das Ganze mit der Brühe Schöpflöffelweise immer weiter aufgießen, bis der Reis weich ist, aber noch Biss hat.

Anschließend den Sauerampfer in feine Streifen schneiden, und zusammen mit dem Parmesan untergeben (einen Esslöffel zur Dekoration zurückhalten). Das Risotto sofort auf die Teller füllen und servieren, damit die Blätter ihren Geschmack erhalten und nicht zusammenfallen.

Auf dem Teller mit dem restlichen Sauerampfer dekorieren. Dazu passt: gebratener Lachs oder panierte Hähnchenbrustschnitzel. Guten Appetit mit der eigenen Wildkräuterküche!

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About Viola

Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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