Eifelturm und Lavabombe – Rund um das Naturschutzgebiet Booser Doppelmaar

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Eine leichte Tour für die ganze Familie ist der Rundwanderweg um das Booser Doppelmaar mit rund 9 Kilometern Wanderstrecke. Der etwa zweieinhalbstündige Spaziergang durch die reizvolle Eifellandschaft im Kreis Mayen-Koblenz verspricht traumhafte Ausblicke auf weite Maare, Vulkankuppen und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet „Booser Doppelmaar“.

Wir starten auf einem schmalen Pfad entlang des Parkplatzes Vulkanparkstation bei Boos und steigen leicht bergab zum Rand des westlichen Trockenmaares. Die imposante Silhouette der Nürburgruine begleitet uns auf dem weiteren Weg in Richtung Unterschemel. Die beiden flachen Maarkessel sind gut erkennbar. Wie die meisten Maare in der Eifel bildeten auch diese kurz nach ihrer Entstehung Sammelbecken für das Niederschlagswasser. Inzwischen sind die Maarseen aber verlandet oder trockengelegt, da der Untergrund zu wasserdurchlässig war. Der Kesselgrund wird dann meist vom Moor eingenommen und man spricht von einem Trockenmaar.

Durch einen Waldabschnitt mit vielen Nist- und Schutzkästen – die übrigens von Schulklassen der Booser Grundschule zusammen mit der NABU Ortsgruppe kontrolliert und gesäubert werden – für Höhlenbrüter, wie Vögel, Fledermäuse und sogar Eichhörnchen kommen wir zur Schutzhütte mit Blick auf Boos.

Die Lavabombe

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Wenige Meter weiter führt uns die Wanderung an die Einschlagstelle einer Lavabombe, die der Vulkanschlot des Ostmaars bis hierhin geschleudert hat. Die Wucht des 250 Kilogramm schweren Lavabrockens verformte beim Aufprall die umliegenden Erdschichten und ließ das Wellenprofil entstehen. Untersuchungen am westlichen Booser Maar haben ergeben, dass es hier um jüngere vulkanische Ablagerungen handelt, die etwa aus der Zeit von 8.000 Jahre v. Chr. stammen. Informationstafeln erklären den interessierten Wanderern außerdem weitere Details des Vulkanismus in der Eifelregion.

Beeindruckende Formationen. (Foto: Autorin)

 

Der Eifelturm von Boos

Empfehlenswert ist der kurze Zuweg zum 557 Meter hohen Schneeberg mit dem Booser Eifelturm, wo ein schöner Rastplatz mit vielen Sitzplätzen zur gemütlichen Pause einlädt. Der rund 25 Meter hohe Holzturm wurde im Dezember 2003 aus heimischem Douglasienholz konstruiert und errichtet. Seitdem begeistert er die Wanderer mit seinem Panorama-Blick über die Eifellandschaft mit ihren erloschenen Vulkankegeln bis in den Westerwald und den Hunsrück. Die Aussichtsplattform ist über 125 Stufen zu erreichen, aber der Aufstieg lohnt sich! Je nach Blickrichtung sieht man die Ruine der Nürburg (678 m), einen Teil der Rennstrecke des Nürburgrings, die Hohe Acht (747 m) und den Hochkelberg (675 m).

Der Booser Eifelturm. (Foto: Autorin)

Wir durchqueren einige Felder und entdecken schon bald ein weiteres Highlight dieser Tour: die Honigstation der Imkerei Steffens aus Mayen. Drei verschiedene Honigsorten (Blüten-, Kastanien- und Ingwerhonig) stehen zur Verkostung bereit und die Honiggläser können auch direkt erworben werden.

Aussicht vom Booser Eifelturm. (Foto: Autorin)

Ein Paradies für seltene Tiere und Pflanzen

Die Strecke führt uns weiter durch Wald und Felder, wir passieren die vorzeitlichen Hügelgräber und erreichen den Hölgertberg. Nach einem kürzeren Feldstück tauchen wir wieder in den Wald ein und laufen leicht bergab ins verträumte Nitzbachtal mit naturbelassenen Bachmäandern. Am Wegrand gibt es einige Bänke die eine weitere gemütliche Rast ermöglichen. Unterwegs blicken wir auf die Orte Nitz, Drees und Wanderath, bevor wir die Maarmulde erreichen.

Hier sind im Frühjahr viele Erdkröten zu ihren Laichgewässern auf der anderen Seite der Landstraße unterwegs und auch auf den Wanderwegen sollte man auf seine Schritte achten. Weil die Maargegend bei Boos für ihr artenreiches Amphibienvorkommen bekannt ist, hat der NABU hier vor einigen Jahren Kriechtunnel unter der Straße angelegt. Dieses Amphibienleitsystems ermöglicht einen gefahrlosen Weg auf die andere Seite der Straße. Grasfrosch und Bergmolch, Blindschleiche, Bergeidechse und Ringelnatter sind rund um die Maare zu entdecken. Die Fauna und Flora der Booser Maare stehen seit 2000 unter Naturschutz und sind Lebensraum seltener, bedrohter Tierarten sowie schützenswerter Pflanzen.

Auch wir überqueren kurz die Landstraße und kommen über eine Schleife um die Maare zum Startpunkt der Tour zurück. Der Weg gehört zu den Traumpfaden Rhein-Mosel-Eifel. Als Rundwanderweg angelegt eignet er sich gut für eine kleine Runde durch die herrliche Eifel-Landschaft.

Wegemarkierung der Traumpfade. (Foto: Autorin)

Sehenswertes: Lavabombe | Booser Eifelturm | atemberaubendem Panoramablick über die Eifel bis zum Westerwald und Hunsrück | Nürburgruine | Honig-Station | acht Schlackenkegelvulkane | zwei Trockenmaare | Einblicke in die feurige Geschichte der Eifel | Naturschutzgebiet | Krötenwanderung

Traumpfad Booser Doppelmaartour: 9,1 Kilometer | Höhenmeter: 146 m | Wanderzeit: etwa 2,5 Stunden | Schwierigkeitsgrad: leicht | Start und Ziel: 56729 Boos, Vulkanparkstation an der L 94. Zwei Parkplätze sind zwischen Boos und Brücktal vorhanden. Alternativ ist die Anreise auch mit verschiedenen Buslinien des ÖPNV möglich.

 

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About Jeannette

Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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