Eifeler Platt – „Dat es de Rampeleraasch net wert, bei dem Gemülms…!“

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Oder: „Kuck, dat Dau flott wear op de Been kess!“ – Wer so spricht, „deen mooss ous menger Eck kommen!“ Doch weder „Dresser, Dommlackes, Oarschkrampen, Stiggel, Leitsgeheier, Aadabesser oder Schouaten“ sind damit gemeint, sondern wenn schon dann eher „Halfgehange, Hohnermääner oder Möhnepitter“.

„Majusebetter! un Donnajissnomoal!“

Vom Eifeler Platt gibt es zahlreiche Varianten und regionale Dialekte, während im Süden der Eifel eher moselfränkisch mit starker Ähnlichkeit zum Luxemburgischen gesprochen wird, ähnelt die Mundart der Nordeifel eher dem Öcher Platt oder der kölschen Sprache. Jedes Gebiet und manchmal sogar jedes Dorf entwickelte im Laufe der Zeit eigene Ausdrücke, Redewendungen und Grammatik. Sprachforscher teilen die Eifel nach dem rheinischen Fächer in einen moselfränkischen und den ripuarischen Dialektraum.

Diese Einteilung hat Geschichte und geht tatsächlich bis in römische Zeiten zurück. Die sogenannte Eifeler Sprachbarriere zieht sich als Trennlinie von der Gegend um Bitburg und Prüm über Blankenheim, Adenau und Ahrweiler bis nach Bad Breisig. Diese Einteilung folgt der historischen Lage der römischen Provinzen Germania superior und Germania inferior sowie der späteren Grenze zwischen Kurtrier und Kurköln. Noch heute trennen die Grenzen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die beiden Gebiete.

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„Da je, woar dat niedesch?“

Wie in vielen anderen Regionen galt auch der Eifeler Dialekt lange als minderwertige Sprachform. Heute besinnt man sich wieder auf Begriffe wie Heimat und Herkunft und das ursprüngliche Platt wird neu entdeckt. Die Bewahrung des regionalen Dialekts bedeutet Heimatpflege und Identifikation mit der Region.

Einige Heimatvereine bieten Dialektunterricht (wie in Langenfeld und Rieden), Autoren schreiben auf Platt, alte Lieder – sogar für Kinder – werden gesungen und Theaterstücke aufgeführt. Der Eifelbildverlag in Daun vertreibt dazu Postkarten, Tassen und weitere Produkte mit typisch Eifeler Sprüchen – desch kahn ma jooht brouchen!

Eifeler Platt. © Fotos: Sven Nieder, Eifelbildverlag

„Hen well mot de jruuße Honne seche on krecht et Been net op jehove.“

Eine deftige Ausdrucksweise und die bildhafte Sprache machen das Eifeler Platt so besonders. Manchmal stecken aber auch verkürzte Stoßgebete hinter bekannten und häufig verwendeten Ausrufen. „Majusebetter“ drückt beispielsweise großes Erstaunen aus, ist aber ursprünglich ein Ruf an Maria, Josef und Petrus gewesen.

Für bestimmte Gegenstände des täglichen Gebrauchs gibt es gleich mehrere Ausdrücke op Platt, wie etwa der Korb, der zugleich „korw, rest, kürwel, mang, mandel oder waan“ genannt wird. Oder die Kartoffel, über Jahre das Grundnahrungsmittel in der Eifel, heißt „Grumbeer, Krumper, Schrumper, Kromparen oder Eapel“.

Und dann sind da noch diese wunderbaren Wortschöpfungen, die allesamt unbedingt erhaltenswert sind – eine Liebeserklärung an das Eifeler Platt! „Schörchelstkretzer und Huaschtepotzer“ steigen uns auf das Dach. „Schmusemundes“ meint gar nicht etwa eine „makische Schness oder Schnääkes“, sondern ein ganz leckeres Kompott „us Aapele“. „Katzemäusje“ ist auch kein Kosename für die Liebste, aber „Käbächelchen oder Kawäscherische“ sind auf jeden Fall niedlicher als der „Kawackat“.

Mehr zum Eifeler Platt gibt es hier.

mm

About Jeannette

Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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