Eifeler Küche: Von Rievkooche und Krumpreschnittja

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Schon gewusst: der Freitag wird im Rheinland auch gerne Rievkooche-Tag genannt. Den Grund für diese Namensschöpfung liefert die katholische Kirche, die traditionell einen fleischfreien Tag in der Woche anmahnt. So gibt es freitags häufig entweder Fisch oder eben Gemüse- und Kartoffelgerichte.

Gerade in der Herbst- und Winterzeit erfreuen sich klassische Rezepte und traditionelle Gerichte einer wachsenden Beliebtheit. Egal ob Erdapfel oder Grundbirne, die einfach und schnell zubereiteten Kartoffelgerichte werden besonders in ländlichen Gebieten gerne gegessen. Daher sind Kartoffeln seit je her auch in der Eifelregion ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Für die Verarbeitung und Zubereitung der „Gromperen“ gibt es unzählige Rezepte und Varianten, so auch für die klassischen Kartoffelpuffer oder Reibekuchen.

In Köln und im Rheinland nennt man die Kartoffelpuffer mundartlich „Rievkooche“ oder auch „Krebbelche“, in der Eifel heißen sie „Krumpreschnittja“ und in Luxemburg „Gromperekichelcher“. Hauptzutat in allen Reibekuchen-Rezepten sind und bleiben die Kartoffeln, die zunächst geschält und dann zu einem Brei gerieben werden. Die ursprüngliche Bezeichnung kommt wohl von dem puffenden Geräusch des Kartoffelteigs beim Backen.

Klassische Kartoffelpuffer mit leckeren Beilagen

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Für etwa vier Portionen benötigt man folgende Zutaten:

  • 1 kg rohe Kartoffeln (mittelgroß bis groß)
  • 1 große Zwiebel
  • 2-3 Eier (mittelgroß)
  • 2-4 EL Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • eine Prise Pfeffer
  • nach Bedarf eine Prise Muskat
  • Öl zum Ausbacken


Zubereitung der Kartoffelpuffer

  1. Am besten geeignet sind große oder mittelgroße Kartoffeln, diese zuerst schälen und waschen, dann mit einer Küchenreibe zu einem groben Brei raspeln.
    Tipp: Damit beim späteren Backen der Reibekuchen nicht zu viel Flüssigkeit austritt ist es gut, den Kartoffelbrei in einem Küchentuch portionsweise auszupressen.

Geschälte Kartoffeln zu einem Brei reiben. Foto: fotolia.

2. Die Zwiebel schälen und in sehr feine Stücke hacken. Anschließend würzt man die Kartoffelmasse mit Salz und einer Prise Pfeffer, gibt Eier und Zwiebelstücke hinzu und bestäubt nun alles mit einer ausreichenden Menge Mehl.

3. Dann muss der Kartoffelbrei am besten mit einem großen Löffel kräftig verrührt werden, bis er gut formbar ist.

4. Das Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anwärmen und mit einem großen Löffel eine Portion Kartoffelmasse hinzugeben.

Kartoffelmasse in der Pfanne goldbraun und knusprig backen. Foto: fotolia.

5. Die Reibekuchen werden schwimmend etwa 3-5 Minuten von beiden Seiten zu kleinen Fladen knusprig ausgebacken. Zwischendurch mit einem Teigheber wenden.
Tipp: Nachdem Backen legt man die Reibekuchen am besten kurz auf ein Küchentuch, um das überschüssige Öl aufzufangen. Im Backofen können die fertigen Reibekuchen warmgehalten werden.

Meistens werden die frisch gebackenen Reibekuchen mit Zucker bestreut oder mit einer Portion Apfelmus serviert. Foto: fotolia.

In anderen Rezepten-Varianten werden dem Brei aus geriebenen Kartoffeln auch Möhren oder Haferflocken statt Mehl, Speck, Quark oder Buttermilch, Knoblauch oder Majoran zugefügt.

Wissenswertes rund um den Erdapfel

Von den weltweit rund 5000 nachgewiesenen Kartoffelsorten sind nur etwa 180 in Deutschland zum Anbau zugelassen. Aufgrund der guten Anpassungsfähigkeit werden Kartoffeln heute aber weltweit angebaut und sind besonders bei der Landbevölkerung beliebt. Die Kartoffel, mit nur rund 70 Kalorien pro 100 Gramm, wird erst bei der Zubereitung mit viel Öl und Fett zur Kalorienbombe.

In Restaurants finden man auch Lachs und Sahnemeerrettich als Beilage zu Reibekuchen. Je nach Region werden Reibekuchen auch mit Butter und Schwarzbrot gegessen. Noch ausgefallener sind Pilze, Spargel, Bohnen oder sogar Rindfleisch. Foto: fotolia.

Da sie praktisch immer verfügbar waren, wurden Kartoffeln früher sogar bei verschiedenen Krankheiten als Hausmittel eingesetzt. So hilft ein Brei aus Kartoffeln bei Durchfall und Magenbeschwerden, die enthaltene Stärke bindet Säure und entgiftet. Wickel aus Schalen und rohen Kartoffeln wirken entzündungshemmend und kühlend.

Kartoffelfeste in der Eifel

Reibekuchenstände sind bei vielen Festen neben traditionellen Imbissbuden mit Pommes und Grillwurst feste Bestandteile einer Kirmes oder von Jahr- und Weihnachtsmärkten. In den Erntemonaten finden in einigen Eifelorten besondere Kartoffelfeste statt, darunter in Kreuzau, Sinzenich, Ripsdorf, Nierendorf oder in Wassenach.

Mehr Kartoffelzezepte gibt es hier.

 

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About Jeannette

Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

2 thoughts on “Eifeler Küche: Von Rievkooche und Krumpreschnittja

  1. Es ist sehr schade, daß die Zutatenliste für die Kartoffelpuffer von einer unverrückbaren Reklame verdeckt wird. Sie verschwindet nicht einmal dann, wenn man darauf klickt. Absicht?
    Die Artikel sonst sind durchweg interessant und schön illustriert.

    1. Auf welchem Endgerät ist die Zutatenliste verdeckt? Ist so eigentlich nicht vorgesehen.
      Aber wir helfen gerne weiter!

      Für etwa vier Portionen benötigt man folgende Zutaten:
      1 kg rohe Kartoffeln (mittelgroß bis groß)
      1 große Zwiebel
      2-3 Eier (mittelgroß)
      2-4 EL Weizenmehl
      1 TL Salz
      eine Prise Pfeffer
      nach Bedarf eine Prise Muskat
      Öl zum Ausbacken

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