Die Eifel von oben – Eine Zeitreise mit alten Luftaufnahmen

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„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – an dieses Sprichwort wird man unmittelbar erinnert, sobald man den von Matthias Meusch herausgegebenen Band mit alten Luftaufnahmen der Eifel aufschlägt. Der Leiter der Abteilung Rheinland im Landesarchiv NRW verwaltet seit 2009 einen Fotofundus an bislang unveröffentlichten Luftbildern, die sich beim genaueren Hinsehen als ein wahrer Schatz entfalten.

Bad Zingsheim am 4. August 1937. (Foto: Hansa Luftbild | Landesarchiv NRW)

Schon in der Einleitung wird beschrieben, wie die frühen Anfänge der Luftbildfotografie mit der zeitgleichen Entwicklung der Fliegerei zusammenhängen. Das erste Luftbild entstand demnach 1858 aus einem Fesselballon über Paris. Doch schon bald dienten die Aufnahmen aus der Luft, die noch mithilfe von Drachen, Brieftauben oder Fotoraketen erstellt wurden, vornehmlich der militärischen Aufklärung. Ab 1916 kamen schließlich Flugzeuge und auch Zeppeline zum Einsatz und lieferten besonders bei den Stellungskriegen an der Westfront des ersten Weltkrieges wertvolle Informationen.

Der Reichtum des Blickes aus der Vogelschau

Die neue Perspektive aus der damals sogenannten Vogelschau begeisterte die Menschen schnell. Luftbilder zierten bald regelmäßig Ansichtskarten, Kalender, Broschüren, Bildbände und ganze Fotobücher. Im Jahr 1925 erschien ein eindrucksvoller Band mit 250 Luftbildaufnahmen von Landschaften, Gewässern, Städten und Dörfern, Verkehrswegen, Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern, frühen Industrieanlagen, Bahnhöfen und auch den ersten Flughäfen. Schon in der Satzung des Flugbildwesens von 1929 ist zu lesen, dass „die Vielseitigkeit der Landschaft und Besiedelung durch die Schrägaufnahmen aus dem Flugzeug in oft überraschender Schönheit und eindrucksvoller Klarheit wiedergegeben wir.“

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Gewissermaßen nach diesem Vorbild aus den 1920er Jahren entstand das Fotobuch des Eifel-Verlags „Die Eifel in alten Luftaufnahmen“. Eine Auswahl von insgesamt 155 Abbildungen aus den Jahren von 1927 bis 1938 zeigen 133 Dörfer, Städte und Bauwerke in der Eifelregion. Die für dieses Buch ausgewählten Bestände „stellen eine unschätzbare Quelle dar, zeigen sie doch Städte, Baudenkmäler und Landschaften in einem in vielen Fällen heute nicht mehr vorhandenen Zustand, nämlich vor ihrer Zerstörung durch Bomben des Zweiten Weltkrieges.“

Dauner Maare im Juni 1932. (Foto: Hansa Luftbild | Landesarchiv NRW)

Ungefilterte Ästhetik der Schwarz-Weiß-Aufnahmen

Durch die Vogelperspektive scheinen die Ortschaften manchmal wie menschenleer, auf jeden Fall in einem – für ihre Zeit – ungewohnten Blickwinkel. Die starken Kontraste und die besondere Ästhetik der Schwarz-Weiß-Aufnahmen lenken den Blick des Betrachters ungefiltert auf die Landschaftslinien und die baulichen Strukturen der Siedlungen. Die etwa 80 bis 90 Jahre alten Aufnahmen wurden früher sogar zu Zwecken der Raum- und Landesplanung herangezogen. Die Fotos zeigen vergangene Orts- und Landschaftsbilder der Eifel und dokumentieren den Wandel, den diese Region seitdem erfahren hat.

Eine Perle deutscher Mittelgebirgslandschaften

Der Eifel-Verlag in Jünkerath hat sich seit 2011 zur Aufgabe gemacht, die Region mit ihren Sehenswürdigkeiten und ihrer Geschichte erlebbar abzubilden und zu gestalten. Die Eifel gehört mit ihren vielfältigen Naturräumen, vom Nationalpark bis zur Vulkanregion, aber auch mit ihren historischen und kulturellen Reichtümern zu den Perlen deutscher Mittelgebirgslandschaften. Die Titel des Eifel-Verlags tragen den Schmuck dieser Region an die Leser weiter.

Das Titelbild zeigt den Blick auf Ettringen in der Vordereifel am 14. August 1932. (Foto: Bildflug GmbH, Hansa Luftbild | Landesarchiv NRW)

Die Eifel in alten Luftaufnahmen
Matthias Meusch (Hrsg.) | Eifel-Verlag | 1. Auflage | 176 Seiten | 30 × 22 cm | Hardcover | 25,90 Euro | ISBN 978-3-943123-26-5

Mehr Informationen zum Buch gibt es auch hier.

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About Jeannette

Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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