Eifel im Herbst

Die Eifel im Herbst – Zwischen Brauchtum und bunten Farben

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Tiefstehende Sonne, Indian-Summer, bunte Wälder, Nebelschwaden und würzige Luft. Martinsfeuer und viele bunte Laternen, die am Abend durch Dörfer leuchten. Der Duft von frisch gebackenen Weckmännern – das alles ist Herbst in der Eifel.

Zweifelsohne – jede Jahreszeit hat in der Eifel ihren Reiz. Während im Winter die Äste der Bäume unter der schweren Last des Schnees bis tief auf den Boden hängen und der Geist des Wanderers zur Ruhe kommt, erwacht im Frühling langsam alles zu neuem Leben. Zarte Knospen erblühen nicht nur an den Bäumen, sondern auch in den Gedanken des Betrachters, der durch die frühlingsfrische Landschaft der Eifel schlendert. Im Sommer erreicht das Leben seinen Höhepunkt, und mit dem Geruch der frisch gemähten Kornfelder entsteht ein Gefühl von Zufriedenheit und Glück. Doch nur der Herbst in der Eifel schafft es, mystisch und geheimnisvoll, die tiefen Schichten der menschlichen Seele zu berühren und mit ihnen zu tanzen.

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Mit dem Herbst leuchten in den durchwachsenen Mischwäldern die bunten Farben der Blätter auf. Als hätte Gottes Hand selbst den Pinsel in einem riesigen Farbtopf gerührt und anschließend an den richtigen Stellen Akzente und Nuancen gesetzt, durchsprenkelt in den Monaten September bis Oktober ein heiteres Gelb, ein temperamentvolles Rot und ein warmes Orange die Bergketten der Eifel. Gelegentlich durchzogen von grauen Nebelbänken, die sich wie gewollt um eine Burg winden oder ein Schloss in einen vornehmen Schleier hüllen, durchbricht die tiefgründige Stille das Panorama der Vielfalt.

Doch nicht allein der Rundblick in die farbenprächtige Welt des Herbstes schafft es, die Tiefen der Seele zum Tanz aufzufordern, sondern auch die seit Generationen hinweg überlieferten Brauchtümer des Herbstes tragen einen Teil dazu bei. Sie erinnern ein die Seele immer wieder daran, dass sie nicht alleine ist und die Ahnen der Vergangenheit über jeden von uns wachen.

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Herbstlicher Sonnenaufgang

In vielen Orten der Eifel danken noch heute die Bewohner Gott für die reiche Ernte der letzten Monate. Ihm zu Ehren ziehen sie durch die Gassen der Dörfer und präsentieren auf festlich geschmückten Umzugswaren ihre frisch gepflückten Gaben. Bewusst mag vielleicht nicht jeder Einzelne an den Ursprung dieses aus dem 3. Jahrhundert stammenden Festes denken und doch bringt es in den Tiefen unseres Selbst etwas zu klingen. Es erinnert uns daran, dass trotz der Höhen und Tiefen, die uns durch das Jahr begleitet haben, letztlich doch für uns gesorgt ist und wir uns geborgen fühlen dürfen im Rad der Zeit.

Auch das St. Martin-Brauchtum trägt unsere Gedanken und Erinnerungen zurück an einen Ort, der uns warmhält. In Gedenken an den Schutzpatron St. Martin reitet ein als dieser verkleideter Mann auf einem weißen Pferd voran, während ihm eine Schar Kinder und Erwachsener mit bunten Laternen folgt. Dieses farbfreudige Licherfest erfüllt die Herzen einerseits mit Freude, andererseits mit einer wehmütigen Erinnerung und zu guter Letzt mit der Bestätigung darüber, dass alles im Leben kommt und vergeht und genau dafür steht der Herbst in der Eifel – für die Gewissheit, dass alles endlich ist, und mit jedem Ende irgendwann auch ein Neuanfang beginnt.

Abendlicht Baum

Die Eifel im Herbst ist nicht nur ein farbenprächtiger Schauplatz oder ein quirliges Allerlei an Festen und Zusammenkünften. Sie ist vor allem eine Erinnerung an unsere Endlichkeit und daran, dass wir das Leben mit all seinen bunten und lebendigen Facetten genießen sollten. Die Eifel im Herbst fordert uns durch die tiefen Schichten unserer Seele auf, den Tanz des Seins zu tanzen und vollständig auszukosten.

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About Viola

Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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