Wildschweine lieben die Eifel

Von in Eifeltypisch
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So niedlich die kleinen Frischlinge im Frühjahr auch sind, umso imposanter kann die Begegnung mit einem ausgewachsenen Wildschwein sein. Und das kann gerade in der Eifel schnell passieren, denn Wildschweine finden hier ideale Bedingungen vor: große zusammenhängende Laub- und Mischwälder, mit einem hohen Anteil an Eichen und Buchen, sumpfige Regionen sowie wiesenähnliche Lichtungen. Als Allesfresser sind die Tiere besonders anpassungsfähig und vermehren sich seit einigen Jahren stark. Dieses Phänomen geht auch an der Eifelregion nicht spurlos vorüber.

Schwarz und borstig, klug und erfolgreich

Wildschweine bei der Nahrungssuche. (Foto: fotolia)

Durch den vermehrten landwirtschaftlichen Anbau von Raps und Mais ist der Tisch für die Wildschweine generell gut gedeckt und die Maisfelder bieten zudem neue Rückzugsmöglichkeiten. Auch verwilderte Weinberge werden von den Borstentieren gerne bevölkert. Auf der Nahrungssuche durchwühlen Wildschweine den Boden nach essbaren Wurzeln, Würmern, Larven, Mäusen, Schnecken oder Pilzen. Die Säugetiere fressen außerdem Blätter, Triebe, Körner und Früchte zahlreicher Holzgewächse, Kräuter und Gräser. Wildschweine sind Allesfresser und nehmen auch Aas und Abfälle dankbar an. Dadurch rücken die Tiere beispielsweise durch Kompost angelockt, immer näher an Wohngebiete heran und verwüsten dort Ackerflächen und Gärten. Während Landwirte und Winzer teilweise auf Entschädigungen für die durch die Schwarzkittel entstandenen Schäden hoffen können, gibt es keinerlei Regelungen für private Grundstücke. Sollte die Witterung schwieriger werden, haben Wildschweine durch ihre Fähigkeit, den Boden aufzubrechen, Zugang zu Nahrung, die andere Tiere nicht erreichen können. Nur ein über längere Zeit gefrorener Boden macht es den Paarhufer unmöglich, an unterirdische Nahrungsreserven zu gelangen.

Wenn Wildtiere zur Plage werden

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Durch die zunehmend milden Wintermonate bringen Wildschweine fast zu jeder Jahreszeit Frischlinge zur Welt, was eine Erhöhung des Bestandes in der Region um bis zu 300 Prozent mit sich bringt. In unseren Breiten haben Wildschweine praktisch keine natürlichen Feinde, eine Reduzierung der Population ist daher nur durch Abschüsse möglich. Doch die nachaktiven Tiere sind in der Dämmerung schlecht zu sehen, äußerst lernfähig und intelligent, daher nicht leicht zu jagen. Tierschützer, Forstamt und Landwirtschaft müssen in der Kontrolle des Bestandes an Wildschweinen eng zusammenarbeiten, da sonst keine Lösung in Sicht ist. In einigen Gebieten wurde aktuell die Treibjagdsaison auf Schwarzwild bis Ende Februar verlängert – traditionell endet diese sonst mit dem Jahreswechsel.

Achtung Wildwechsel!

Wildschweine beim Wildwechsel. (Foto: fotolia)

Durch die wachsenden Schwarzwild-Bestände nehmen auch Flurschäden sowie die Risiken für den Straßenverkehr durch kreuzende Wildschweinrotten stetig zu. In der dunklen Jahreszeit kommt es leider häufiger zu Unfällen, wenn in der Dämmerung noch einige Autos auf den Landstraßen unterwegs sind und die Wildschweine – wie auch andere nachtaktive Wildtiere – durch ihr Revier ziehen. Besondere Gefahrenzonen sind die Bereiche zwischen Waldgebieten und Feldern, wo das Wild zur Aufnahme von Futter Straßen überquert. Daher heißt es beim Warnschild „Achtung Wildwechsel“ in der Eifel unbedingt Fuß vom Gas und vorsichtig fahren!

An bekannten Unfallschwerpunkten sind in der Eifel zudem sogenannte Wildwarnreflektoren angebracht, die die Tiere abschrecken sollen und die Gefahren des Wildwechsels vermindern. Sollte es trotz aller Vorsicht zur Kollision mit einem Wildtier kommen, helfen die Tipps des Landesjagdverbandes NRW.

Alles über Wildschweine gibt es auch hier.

mm
Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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