Wenn die wilden Narzissen blühen – die Eifel in gelb

Von in Eifeltypisch, Tourismus, Wandern
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Zu Beginn des Frühlings taucht die Narzissenblüte die Wiesen der Eifel alljährlich in ein strahlendes Gelb. Das beeindruckende Naturschauspiel der gelben Blütenpracht lockt nach den kalten Wintertagen zu ausgedehnten Wanderungen endlich wieder raus in die Eifellandschaft.

Narzissenblüte in der Eifel. (Fotos: Naturpark Nordeifel)

Insgesamt sind mehrere Millionen wildwachsende Narzissen (Narcissus pseudonarcissus), die sich im deutsch-belgischen Naturpark zu einem leuchtenden Blütenteppich zusammenschließen. Neben der Rureifel gehört auch der Hunsrück zu den beiden einzigen Naturlandschaften Deutschlands, in denen die gelbe Wildnarzisse heute noch vorkommt. Besonders schöne Eifeler Narzissenwiesen liegen in den Naturschutzgebieten Perlenbach- und Fuhrtsbachtal bei Monschau (Kreis Aachen) und im Oleftal bei Hellenthal (Kreis Euskirchen).

Auf mehreren hundert Hektar großen Flächen dehnen sich hier die goldenen Blüten aus, die seit 1976 sogar unter Naturschutz stehen – denn ihr natürliches Vorkommen wird immer seltener. Heute findet man die wilde Form der Zwiebelpflanzen in Europa nur noch vereinzelt auf kalkarmen Bergwiesen und in lichten Wäldern. Meistens kennt man Narzissen jedoch als Gartenpflanzen und Schnittblumen (Osterglocken).

Überall in der Eifel ist das Abpflücken der geschützten Narzissen übrigens nicht gestattet! (Fotos: Naturpark Nordeifel)

Die ausgedehnten Wiesenflächen der Eifel dienten lange Zeit dem landwirtschaftlichen Heu- und Futteranbau für das Vieh, der sogenannten Mahdwirtschaft. Ein spezielles Bewässerungssystem führte über Gräben Bachwasser auf die Wiesen, wodurch sich auch viele Blumensamen verbreiten konnten. Es entstand ein einzigartiger Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Doch in den 1950er Jahren wurde die Heunutzung dieser Flächen aufgegeben und die Talwiesen stattdessen mit Fichten aufgeforstet. Die schnell wachsenden Fichtenwälder drohten die Wiesenblumen und die Artenvielfalt zu verdrängen. Naturschützer griffen glücklicherweise rechtzeitig ein und gaben den Landwirten strenge Auflagen zur Nutzung dieser besonderen Naturräume. Die Fichten wurden entfernt und gaben den Platz wieder frei für die wild wachsenden Narzissen. Die restliche Pflanzen- und Tierwelt erholte sich – Schmetterlinge, Käfer und Vögel kamen bald zurück. Und nicht nur im Frühjahr blühen auf diesen Wiesen die Narzissen in voller Pracht, auch im Sommer erfreut eine blütenreiche Pflanzenwelt mit weißem Bärwurz oder gelber Arnika die Naturliebhaber. Bei der Verbreitung der Blumen und deren Samen spielen die Ameisen eine wesentliche Rolle.

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Auf den ausgeschilderten Rundwanderwegen durch die Naturschutzgebiete lassen sich die Narzissenwiesen am besten erkunden. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel bietet ab Ende März bis Anfang Mai geführte Wanderungen mit fachkundiger Begleitung im oberen Oleftal an, Treffpunkt der rund dreistündigen Touren ist jeweils um 10 Uhr am Parkplatz Hollerather Knie in Hellenthal-Hollerath. Treffpunkt für Wanderungen im Perlenbachtal ist das Naturhaus Seebend in Monschau-Höfen. Führungen durch die Narzissentäler kosten für Erwachsene 5 Euro und für Kinder 3 Euro, Familien zahlen 13 Euro.

Derzeit rechnen die Experten durch den erneuten Kälteeinbruch im März für eine leichte Verzögerung der normalen Blütezeit der Narzisse bis Anfang/Mitte April.

Narzissenfest am 22. April 2018. (Fotos: Naturpark Nordeifel)

Bis zum Sonntag, 22. April 2018 sollten die Narzissen dann in voller Blüte stehen, zum nur alle zwei Jahre stattfindenden Narzissenfest. Am Nationalpark-Tor in Monschau-Höfen veranstaltet der Naturpark Nordeifel unter dem Motto ‚Ganz ins Gelb‘ ab 10.30 Uhr ein abwechslungsreiches Familienprogramm. Die Besucher erfahren unter anderem in der Ausstellung „Narzissenrausch und Waldwandel“, bei einer interessanten Diashow und einem Film über die wilden Narzissen viel Wissenswertes über das beeindruckende Naturschauspiel. Für Kinder gibt es ein spannendes Quiz.

Mehr Informationen über Narzissen gibt es auch hier.

mm
Vor den Toren meiner rheinischen Heimatstadt liegt die Eifel. Die nahe Mittelgebirgsregion ist häufig Ausflugsziel und Zufluchtsort zugleich. Vielfältige landschaftliche und kulturelle Reize begeistern mich ebenso wie die lebendige Geschichte und die regionalen Spezialitäten. Bei Wanderungen in der abwechslungsreichen Natur sammle ich als Stadtmensch kreative Energie für neue Projekte.

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