Wassersport in der Eifel – Teil 1: Kanufahren

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Kanufahren für Genießer Wo in der Eifel lässt sich besonders gut Kanufahren? Welche Flüsse sind nicht nur anspruchsvoll, sondern vor allem ein Naturschauspiel? Hier eine Übersicht. Im ersten Teil unserer Reihe „Wassersport in der Eifel“ bewegen wir uns schwungvoll auf den Flüssen der grünen Region. Natürlich kann man auch auf den Seen paddeln – ganz wie es Spaß macht.

Wofür auch immer man sich entscheidest, es ist ein Naturerlebnis der eigenen Art. Denn die lebendige Hügellandschaft, die sich an den Ufern entlang erhebt, übt für alle, die auf dem Wasser sind, einen besonderen Reiz aus. Man kann gar nicht anders, als den Kanu-Trip zu genießen.

Wildwasser auf der Rur
Lebhaft und energisch geht es gleich am Quellgebiet der Rur zu. Dieses liegt auf 650 Meter Höhe im Hochmoor Hoher Venn im belgischen Teil der Eifel. Wer Wildwasser-Touren liebt, ist hier genau richtig – muss aber die richtige Zeit abpassen. Denn nur zu Zeiten der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen lässt sich das Kanu über die Wirbel des Wassers der Hohen Rur steuern. Sehr anspruchsvoll ist die Strecke vom belgisch-deutschen Grenzgebiet bis Monschau runter. Kurz vor Monschau trifft der Perlbach in die Rur. Ab hier ist die Rur eigentlich ganzjährig zu befahren und hat unabhängig von Regenfällen und Schneeschmelzen einen ausreichenden Wasserstand. Man kann auch auf dem kleinen Perlbach selbst seine Kanu-Tour starten. Er wird von einer kleinen Trinkwassertalsperre gespeist und hat vor allem in der Winterhälfte des Jahres genug Wasser für eine rasante Kanufahrt. Je weiter man in Richtung der Rurtalsperre kommst, desto geringer werden die Wildwasserschwierigkeiten. Für eine ruhige Fahrt ist das Gebiet ab Gut Reichenstein bestens geeignet. Außerdem kann man fast sicher sein, ab dort immer ausreichend Wasser unter dem Kanu zu haben um die Landschaft einfach genießen zu können.

Wer es etwas ruhiger mag, ist unterhalb der großen Rurtalsperre richtig. Für Paddelwanderer wartet hier eine hinreißende Landschaft mit seichten Hügeln und einem satten Mischwald. Paddelanfänger haben in den ruhigen Fahrwassern die Möglichkeit, ihre Fahrkünste zu erweitern, um bald im Wildwasser ihre Nerven zu kitzeln.

Romantische Stille auf der Kyll
Als richtiger Kanufreund wird man sich auf der Kyll zu Hause fühlen. Im Winterhalbjahr bis Ende Mai sollte dort ein ausreichend hoher Pegel vorhanden sein, sodass man sein Kanu zu Wasser lassen kann, um es dann durch eine idyllische Landschaft zu manövrieren. Nordöstlich von Bitburg schlängelt sich die Kyll mit vielen Flussschleifen durch einsame Waldgebiete. Da dieser Teil naturbelassen ist, kann es immer wieder vorkommen, dass Bäume quer über dem Wasser liegen oder Äste derart weit ins Wasser ragen, dass ein Ausweichmanöver unumgänglich bleibt. Doch die insgesamt 74 Kilometer Flussstrecke führen auch durch weite Wiesenflächen und eine ruhige Landschaft.

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Bei einem ausreichend hohen Wasserstand kann man die Fläche auf der gesamten Strecke problemlos befahren – mit Ausnahme einiger Wehre, die man umtragen musst. Die Kyll ist nicht ganz so wild wie die Hohe Rur und hat meist nur vor den Wehren eine etwas schnellere Strömung – insofern sind die meisten Abschnitte auch gut für Fahranfänger geeignet. Da es aber doch einige Schrägwehre gibt, aus denen zum Teil grobe Felsblöcke hervorragen, sollten sich gerade Anfänger vorab informieren, welche Strecken für noch Ungeübte geeignet sind.

Paddeln durch die Vulkaneifel
Südlich in der Eifel entspringt nahe bei Daun die Lieser. Nach etwa 74 sagenhaft schönen Kilometern mündet sie schließlich bei Bernkastel-Kues in die Mosel. An der Straßenbrücke von Manderscheid ist eine gute Einstiegsmöglichkeit, wenn auch das Parken dort nicht so einfach ist. Dennoch lohnt es sich, hier sein Kanu zu Wasser zu lassen, denn die kommenden 21 Kilometer sind traumhaft. Der Fluss schlängelt an aufregenden, bis in Wasser fallenden, bemoosten Felswänden der Vulkaneifel entlang. Vorsicht ist geboten, da im Wasser viele gestürzte Bäume liegen, was dem ganzen eine zauberhafte Note verleiht. Wenn auch die Lieser nicht zu den Wildgewässern gezählt werden kann, sind doch immer wieder sehr sportliche Abschnitte zu erwarten. Vor allem kurz nach dem Einstieg und ab dem Wehr vor der Pleiner Mühle entwickeln sich kräftige Strömungen, gegen die angepaddelt werden muss. Für viele Kanufahrer ist die Tour an der Pleiner Mühle zu Ende. Wenn man freundlich nachfragt, kann man dort meistens auch sein Auto abstellen – und nach der Tour einen Happen zur Stärkung essen.

Paddeln auf dem Rursee
Wer nicht direkt auf einem Fluss durch die Eifel paddeln will, sondern ganz entspannt auf dem See, dem bieten sich die Rurseen an. Der Motorboot freie See ist nicht nur ruhig und treibt raus aus dem Alltag, sondern er hat auch Trinkwasserqualität. Falls man kein eigenes Boot dabei hast, kannst man sich eins ausleihen. Die Kosten sind überschaubar und es ist auch weniger aufwändig, als sein eigenes Boot zu Wasser zu lassen – falls es nicht ohnehin vor Ort liegt. Falls man mit dem eigenen Boot ausfahren möchtet, braucht man vorab eine Erlaubniskarte.

Und hier gibt es das passende Buch dazu: Paddeln lernen: Sicher und schnell in Kajak und Canadier – Einstieg in den Kanu-Rennsport verständlich erklärt für Kinder, Jugendliche, Eltern und Betreuer 

mm
Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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