Unterwegs in den Eifelfrühling – Teil 1

Von in Wandern
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Wanderwege gibt es in der Eifel mehr als genug. Den „Eifelsteig“ gehen viele – doch es gibt mindestens genauso schöne andere Weitwanderwege. Wie zum Beispiel zwischen Brohl-Lützing am Rhein und Trier.

Das Ziel: Blick vom Markusberg auf Trier

Am Ende, im Schatten des Trierer Doms, sind es über 20° Celsius. Das war beim Start in Brohl-Lützing am Rhein Ende März noch ganz anders gewesen. In den frühen Morgenstunden und vormittags war es frostig, teilweise nur knapp über Null Grad. Doch dann ging es in die frühlingshafte Wärme, jeden Tag ein bisschen mehr. Auf dieser 308 Kilometer langen Strecke über 14 Tagesetappen zwischen Brohl am Rhein und Trier lernt man die Eifel von einigen ihrer schönsten Seiten kennen. Hier die Vulkaneifel, den Islek und die Südeifel.

Die Etappen von Brohl am Rhein über Maria Lach und Mayen nach Monreal führen dabei sofort zu den wesentlichen Charakteristika der von den Autoren Christiane Rüffer-Lukowicz und Jochen Rüffer ausgewählten Strecke durch „die südliche Eifel“:
Buchenwälder direkt nach dem steilen Anstieg der Anfangsetappe über den Schieferfels und die „Eselstrapp“ hinauf auf die Hochebene der Osteifel; der stille Laacher See, der jüngste der zahlreichen Vulkankrater der Eifel, mit der imposanten Basilika der Benediktiner in Maria Laach, und die Hochebene mit Blick ins Maifeld bei Mendig.

Schloss Bürresheim in der Eifel

Überhaupt die Blicke: Sie belohnen für Anstiege, die es in sich haben, so zum Beispiel nach passieren von Schloss Bürresheim oberhalb von Mayen über die Serpentinen vom Nitzbach hinauf zur Bleiberghütte.

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Nur wenige Wanderer wären auf diesen 308 Kilometern zwischen den beiden Flüssen unterwegs, gäbe es dazwischen nicht die vielen kleinen Besonderheiten zu entdecken. Zum Beispiel ein Bachtal oberhalb der Quellen von Bad Tönisstein – voll von Bärlauch -, oder die Trassstein-Höhlen weiter unterhalb, schließlich zwischen Mayen und Ulmen das idyllische Monreal. Das Städtchen ist ungleich weniger bekannt als Monschau, doch auch hier gibt es idyllische Gassen mit Fachwerk- und alten Bruchsteinhäusern. Drei alte Steinbrücken queren die Elz, die Löwenbrücke mit der Nepomuk-Statue ist wohl die schönste.

In Monreals malerischer Kulisse wurde die Krimiserie „Der Bulle und das Landei“ gedreht.

Ins Herz der Vulkane führen die Folgeetappen von Ulmen über Daun nach Gerolstein. Das Waldcafé“, unmittelbar am Gemündener Maar gelegen, ist eine Schlüsselstelle für  Eifel-Wanderer. Hier ist ein Wechsel auf den 2009 eröffneten „Eifelsteig“ (perfekt markiert, kein Wanderführer nötig), oder den „Weitwanderweg durch die Eifel – Vom Hohen Venn bis zur Vulkaneifel“ – also über eine nordöstliche Route, möglich. Beide Weitwanderwege sind ebenfalls empfehlenswert – wenn auch der Autor diesen hier, nachdem er die beiden anderen gegangen ist, bevorzugt.

Die „Augen der Eifel“ werden alle Eifel-Maare, und speziell die drei Maare oberhalb der Kreisstadt Daun genannt. Sie liegen dicht beieinander, und sind doch unterschiedlich: das Schalkenmehrener Maar wirkt entspannt im Mittagslicht. Ein Freibad und Bootsverleih am Ufer. Das Weinfelder oder „Totenmaar“ hat eher düsteren Charakter. Das Gemündener Maar mitten im Wald schließlich wirkt wie ein Bergsee in den Alpen. Das Wasser ist tiefblau – das Maar ist das tiefste der drei.

Gerolstein mit Erlöserkirche vor der Munterley.

Vorbei an den Resten des gallo-römischen Umgangstempels „Juddekirchhof“ wird eine Etappe später das eiszeitliche Riff der „Gerolsteiner Dolomiten“ oberhalb der Brunnenstadt erreicht. Der Ausblick von der „Munterley“ auf die kleine Stadt und das Kylltal ist, wie so oft auf dieser Tour, eine schöne Belohnung für vorherige Strapazen. Weiter nach Prüm, Waxweiler und Neuerburg ändert sich die Landschaft. Die muntere Hügelstruktur der Vulkaneifel ist verlassen, jetzt werden die Hochflächen  weiter und offener, die Taleinschnitte tiefer und steiler. Islek heißt die Gegend, die am Rande begangen wird, denn der eigentliche Kern mit kahlen Feldern und Wiesen, direkt anschließend an das Moor des Hohen Venns, liegt nordwestlich. Der Islek galt über Jahrhunderte als so unwirtlich, dass dieser Teil der Eifel im Grenzgebiet zu Belgien erst als letzter besiedelt wurde.

Der „Weitwanderweg durch die südliche Eifel“ führt jetzt über die gut erkennbare Kammstruktur der südlich gelegenen Region. Die Dörfer sind auf den Höhenrücken – doch ursprünglich lagen viele von ihnen an den Mühlen der Bachläufe im Tal. Wie Oberpierscheid. Das Dorf wurde evakuiert, als unten im Tal die Sumpfpest wütete, und weiter ober am Hang neu gegründet, schließlich ein drittes Mal und jetzt auf dem Höhenrücken angelegt. Heute ist die Mitte des Ortes die St. Simeon-Kapelle, eine der ältesten der Eifel, denn die erste urkundliche Erwähnung von 1408 behauptet schon, dass „seit Menschengedenken hier eine Kirche stand“, so der Küster des Gotteshauses.

Immer wieder gibt es neben den kleinen Kirchen und Kapellen in den Dörfern mahnende Pest- oder Gedenkkreuze aus Basaltstein am Wegesrand. Die Eifel war immer eine katholische Gegend – oder sagen wir eher: fast immer. Denn auch in Waxweiler war es gegen Ende des 7. Jahrhunderts anders. Hier tanzten sie heidnische Bitt- und Banntänze gegen die Maul- und Klauenseuche des Viehs als Willibrord, ein Bonifatius-Jünger und als Erzbischof von Utrecht mit Filialbistum im luxemburgischen Echternach mit der Christianisierung auch der heutigen westlichen und südlichen Eifel betraut, auf einer seiner Missionsreisen nach Waxweiler kam. Aus der Begegnung des Gottesmannes mit den Waxweilern entstand der Sage nach die Springprozession nach Echternach – doch das ist eine andere Geschichte.

Teil 2: Ein verträumtes Städtchen im Tal, über die Grenze in eine besondere „Schweiz“ und dahin, wo schon die Rosen blühen.

INFO: Der hier beschrieben Weitwanderweg folgt: Christiane Rüffer-Lukowicz, Jochen Rüffer: Der Weitwanderweg durch die südliche Eifel – Von der Vulkaneifel nach Trier“, Bachem Verlag, Köln. Die Etappen: Brohl a. Rh.-Maria Laach-Mayen-Monreal-Ulmen-Daun-Gerolstein-Prüm-Waxweiler-Neuerburg-Vianden-Bollendorf-Echternach-Rundweg Luxemburgische Schweiz-Trier.

mm
Endlich Eifel – wegen der vielen Facetten, die für mich die liebenswerte Eifel ausmachen. Maare, Felsenlandschaften, wunderschöne endlose Wälder. Eine wertvolle einzigartige Kulturregion mit bedeutenden historischen Klöstern, Burgen, idyllischen Orten mit guter regionaler Küche. Über all das lohnt es sich zu erzählen.

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