Eifel: das Land der Burgen

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Der Charme der Eifel wird unterstützt durch die vielen Burgen, die immer wieder durch die Wälder ragen. Welche uns am wichtigsten sind und wieso erfährst Du in diesem Artikel.

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In der Eifel werden die Geschichten von Reichen Adelsmännern lebendig, die in die Schlacht zogen, um ihre Ländereien zu verteidigen. Von stolzen Rittern, die mit eindrucksvoller Rüstung hoch zu Pferde die Lanze schwangen und dabei mutig um ihr Leben kämpften. Und von in Brokat gehüllten Frauen, die ihre Dienerschaft antrieben, um Feste voller Überfluss und Ansehen auszurichten, damit wichtige Verbindungen unter den Adelsleuten geknüpft werden konnten. So viele Burgen zeugen von einer Vergangenheit, die heute romantisch wirkt, doch zu jenen Tagen oft hart und bitter war.

Zu einer der bekanntesten Burgen der Eifel gehört die Festung Ehrenbreitstein, die sich majestätisch über Koblenz erhebt. Sie liegt auf dem gleichnamigen Berg und blickt erhaben auf das Deutsche Eck, wo die Mosel in den Rhein übergeht. Erstmals erwähnt wurde diese im 12. Jahrhundert und ging im 13. Jahrhundert als Residenz an die Kurfürsten in Trier über. Nach ihrer Zerstörung 1801 durch die französischen Revolutionsgruppen wurde sie zwischen 1817 und 1827 wieder aufbaut und galt anschließend als eine der größten Festungsanlagen in Europa. Heute ist sie Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und beherbergt neben dem Landesmuseum Koblenz eine Jugendherberge sowie das Ehrenmal des Deutschen Heeres.

Burg Eltz

Burg Eltz

Anders als die Festung Ehrenbreitstein gehört die Bug Eltz zu einer von drei Burgen in der Eifel, die niemals erobert wurden. Dieser eindrucksvolle Bau wurde im 12. Jahrhundert im Tal der Elz errichtet und trennt das Maifeld von der Eifel. Lediglich ein Brand 1920 schaffte es, die Kapelle und das darüber liegende Archiv sowie angrenzende Teile der Burg zu zerstören, sodass umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden mussten. Ihr heutiger Eigentümer ist Karl Graf und Edler Herr von und zu Eltz-Kempenich – auch genannt die Faust von Stromberg – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu dieser Aufgabe gehört es auch, ihre Substanz zu sichern und sie an die 34. Generation, in der sich die Burg nun schon befindet, weiterzureichen.

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Eines der wichtigsten Burganlagen ist zweifelsohne die Bertrada-Burg in Mürlenbach, denn dort hat der Überlieferung nach Karl der Große das Licht der Welt erblickt. Mit ihm wurde am 25. Dezember 800 nach vielen Generationen die Kaiserwürde wieder in Europa eingeführt und Karl der Große war seit langem der erste von vielen Kaisern, nach ihm ernannt wurden. Heute ist die Burg im Privatbesitz und Teile der Anlage wurden als Ferienwohnungen ausgebaut.

Neben den oben genannten Burgen gibt es noch zahlreiche weitere gut erhaltende Burganlagen sowie unzählige Ruinen, wie die Burgruine Arensberg, die ehemals der Mittelpunkt der reichsunmittelbaren Herrschaft Arensberg war. Um 1670 bedeckte die Burg mit ihren Ausmaßen den gesamten Arensberg und selbst die Truppen von König Ludwig dem XIV verzichteten auf einen Angriff der Festung. Da der Herzog sich sicher fühlte, entließ er im Jahre 1679 seine Garnisonstruppen und machte damit einen fatalen Fehler, denn nur drei Jahre später wurde die Burg durch französische Truppen eingenommen, die ihrerseits einen fatalen Fehler begangen. Bei einer Sprengung, die an sich dem Ausbau der Burg dienen sollte, wurde der Wasserhaushalt der Burg empfindlich erwischt, sodass alle Brunnen der Festung versiegten und die Besatzer die Anlage verließen. Um die Festung auch für niemanden sonst je wieder nutzbar zu machen, wurde sie zuvor mit einigen groß angelegten Sprengungen unbrauchbar gemacht, sodass heute nur noch die traurigen Überreste dieser einst gigantischen Festung übrig sind.

Wiederbelebt dagegen ist die Kasselburg in Pelm, in der sich heute ein Adler- und Wolfspark befindet. Die Glanzzeit dieser noch immer eindrucksvollen Burgruine war wohl im 12. Jahrhundert, allerdings ist bis heute nicht genau geklärt, in wessen Händen sich die Burg über die Jahrhunderte alles befand. Heute hingegen gibt es keinen Zweifel mehr, dass die Tiere die Burg eingenommen haben. Auf einem 10 ha großen Gelände lebt das größte Wolfsrudel Europas und versetzt täglich zahlreiche Besucher in Staunen. Dies gilt auch für die Adler, die mit ihren großen Schwingen über die Köpfe der Besucher hinweg, in eindrucksvoller Kulisse, ihre Kreise ziehen.

Alle diese Burgen der Eifel erzählen ihre ganz eigene Geschichte und bringen uns die Vergangenheit näher. Eingebettet in einer für uns lieblichen Natur können wir uns auf den Wanderpfaden der Eifel ein Bild davon machen, wie rau und hart das Leben in den vorherigen Jahrhunderten gewesen sein musste. Um dieses Bild noch greifbarer für uns werden zu lassen, finden auf vielen Burgen Ritterspiele und Mittelalterfeste statt. Seit noch nicht allzu vielen Jahren findet beispielsweise der Mittelaltermarkt auf der Burg Ulmen statt und lockt mit Gauklern, zünftigen Speisen und einer aufregenden Feuershow. Während dieser Tage kann das Leben der Vergangenheit authentisch nachempfunden und dem Treiben der Handwerker, die ihren schweren Amboss auf das heiße Metall schlagen oder mit bloßer Muskelkraft Löcher in dickes Leder stanzen beigewohnt werden.

Eifelblick

Die vielen Burgen der Eifel bewahren uns damit ein Stück unserer Geschichte, hüten unsere Vergangenheit und zeigen uns auch, wie unsere Gegenwart ist: ein Zeitalter, in dem wir es uns leisten können, von der Vergangenheit zu träumen und sie für uns zu einem Erlebnis erwachen zu lassen.

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Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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