Schön & besonders: Top 5-Eifeldörfer (2) – die zwei Besten

Von in Die 5 besten ...
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Und hier unsere zwei Besten aus Hunderten von Eifeldörfern. Unsre ganz subjektive Meinung. Wir haben schon jetzt eine ganze Reihe von Vorschlägen für unser Ranking erhalten. Ihr findet die Namen einiger Orte am Ende des Beitrags. Unser Tipp: Mal hinfahren! Eifelschön ist es an vielen Orten der Eifel!

Verwunschen im Tal: Simonskall im Hürtgenwald.

Platz 2: Simonskall
Landkreis Düren, Gemeinde Hürtgenwald

In engen Serpentinen geht es immer weiter bergab. Wer nach Simonskall im Hürtgenwald will, der sollte vor allem bei Eis und Schnee zuvor wissen, ob Reifen und Bremsen in Ordnung sind. Und dann, tief im engen Tal der Kall, erreicht man eine sehenswerte Idylle nicht nur für den, der alte Bruchsteinarchitektur bewundern will.

Am 3. Juli 1608 wurde der Grundstein für den Ort gelegt. Das weist eine Urkunde des Herzogs von Jülich nach, der den Gebrüdern Schobinger den Bau einer Glashütte und Seifensiederei im Gebiet „op der callen“ genehmigte. Der Ortsname geht auf den Hüttenmeister Simon Kremer zurück. Der Kremer-Hof, die sogenannte „Burg“, entstand 1643 und ist in Privatbesitz. Vieles im kleinen Weiler an der wild gewundenen Kall stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.

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Auch das  „Junkerhaus“, ein Doppelhaus mit einem mit Schießscharten versehenen vorgebauten Wehrturm. Es wurde schon 1608 erbaut und nach seinem letzten Besitzer Otto Junker benannt. Zwischen 1919 und 1921 traf sich hier die Künstlergruppe „Kalltal-Gemeinschaft“, der unter anderem die „Kölner ProgressivenOtto Freundlich, Franz Wilhelm Seiwert und Anton Räderscheidt angehörten. Heute ist hier die Tourist-Information des Verkehrsvereins Vossenack-Simonskall untergebracht.

Simonskall liegt im Nationalpark Eifel und ist eine bekannte Ausflugadresse und Etappenort für Wanderer. Eine ganze Reihe von markierten Wegen gehen von hier ab oder passieren den Ort, etwa der Rundweg „Kall-Trail“. Er erinnert an die verheerenden Schlachten um Schmidt, Vossenack und im Kalltal während des Zweiten Weltkrieges im Herbst 1944. Zwischen dem 7. und 8. November dieses Jahres kam es auf der schmalen alten Steinbrücke über die Kall in Höhe der nahen Mestrenger Mühle zu einer bemerkenswerten Geste der Humanität. Der deutsche Militärarzt Dr. Günter Stüttgen vereinbarte in eigener Verantwortung mit den Amerikanern und dem Arzt Dr. Bedford Davis eine mehrstündige Waffenpause. Beide Seiten bargen ihre Verwundeten, die im völlig unübersichtlichen Kampfgebiet auf beiden Seiten hilferufend zurückgeblieben waren. 2004 wurde an der Brücke die Dolomit-Stein Skulptur „Zeit zu heilen“ des aus Vettweiß stammenden Künstlers Michael Pohlmann enthüllt.

Stolz auf dem Bergsporn: Der Burgort Reifferscheid – unsere Nummer 1.

Platz 1: Reifferscheid
Kreis Euskirchen, Gemeinde Hellenthal

In der Eifel gibt es einiges an bemerkenswertem historischem Gemäuer zu bewundern. Geschlossene Burganlagen mit möglichst erhaltener historischer Innenbebauung innerhalb der Mauern – das bieten natürlich Blankenheim, Bad Münstereifel, Heimbach oder Ahrweiler. Monschau, Monreal – wer kennt diese wunderschönen alten Eifelorte nicht? Doch gib es auch Dorf-kleine „Burgorte“? Ja, und für einen  von ihnen haben wir uns als unserer Nummer 1 der 5 schönen und besonderen Eifeldörfer entschieden. Nicht für das bekannte Kronenburg. Sondern für das vergleichsweise unbekanntere Reifferscheid bei Hellenthal.

Hier ist es innerhalb des Burgrings noch ein wenig mehr so, wie es über die Jahrhunderte war – und vor allem weniger touristisch. Darauf hat auch die Gemeindeverwaltung ein Auge: Sie hat bisher nur eine Gaststätte im Burgort selbst zugelassen. Dessen „Skyline“ über dem gleichnamigen Dorf ist weithin sichtbar – sogar nachts, wenn die Mauern und alten Hausfassaden samt Erkern, Giebeln und Türmchen mit LED-Beleuchtung angestrahlt werden.

Wer hinauf will hat zwei Möglichkeiten: entweder zu Fuß die steile Einbahnstraße hinauf, oder per PKW wenige hundert  Meter weiter die L17 Richtung Hellenthal und dann  links hinauf Richtung Hönningen. Unmittelbar am Ortseingang führt eine schmale Straße scharf links ab über Wiesen und Felder zum spätmittelalterlichen „Matthias-Tor“ hinab. Besorgen Sie sich vielleicht vorab in der Tourist Information in Hellenthal den Flyer „Historischer Rundgang“. Denn historisch ist hier oben eigentlich so gut wie alles. Und dann geht es durchs Tor über das alte Kopfsteinpflaster etwa durch das „Marktgässchen“ zum kleinen Marktplatz vor der St. Matthias Pfarrkirche. Sie hat eine von den Gebrüdern Müller aus Reifferscheid erbaute Orgel. Die Orgelbauer hatten von 1802-1920 im  Dorf am Fuße des Burgortes ihre Werkstatt.

Vom Marktplatz führen Stufen hoch zur Vorburg, wo eine geschlossene Reihe teilweise spätgotischer ehemaliger Wirtschaftsgebäude zu sehen ist. Die Burg selbst ist heute bis auf den besteigbaren wuchtigen Bergfried – oben ist ein „Eifelblick“ – Ruinenlandschaft. Das ist in Reifferscheid vielleicht das  einzig Ernüchternde. Wer möchte, kann jetzt zum Abschluss im „Burgcafé Eulenspiegel“ seine Pause machen. Nehmen Sie bei schönem Wetter Patz auf der kleinen Terrasse und genießen Sie den Ausblick!

Friedliche Idylle: Der kleine ehemalige Marktplatz unterhalb der Reifferscheider Vorburg..

Titelbild: Burgort Reifferscheid

Auch Eifelschön: Tipps von EndlichEifel-Lesern

Eiserfey im Feybachtal (Blick vom Hof Ratz).

Auch hier ist es nach Meinung der EndlichEifel-Leser auf dem Dorf Eifelschön:
Ahrweiler (auch wenn es kein Dorf ist)
Daleiden
Monreal
Gemünden
Virneburg
Schuld
Heimbach (auch wenn es kein Dorf ist)
Weyer
Monschau (auch wenn es kein Dorf ist)
Wintzen
Wolfert
Bergbuir
Wershofen
Manderscheid (auch wenn es kein Dorf ist)
Malberg (mit Schloss Malberg)
Rieden
Aremberg
Neroth
…. Hengasch

 

mm
Endlich Eifel – wegen der vielen Facetten, die für mich die liebenswerte Eifel ausmachen. Maare, Felsenlandschaften, wunderschöne endlose Wälder. Eine wertvolle einzigartige Kulturregion mit bedeutenden historischen Klöstern, Burgen, idyllischen Orten mit guter regionaler Küche. Über all das lohnt es sich zu erzählen.

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