Mit dem Pferd durch die Eifel

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Mit dem Pferd durch die Eifel oder „Reiten ist wie Tauchen!“

Mit der richtigen Anleitung kann jeder Eifeltourist Wanderreiter werden, meint Rolf Roßbach. Er betreut seit 20 Jahren als Vorsitzender den Verein „Eifel zu Pferd“ und kennt die schönsten Reit-Routen von der Vulkaneifel bis ins Hohe Venn. Selbst Sportreiter kommen in der Eifel auf ihre Kosten. „Man lernt die Menschen durchs Reiten anders kennen“, sagt Rolf Roßbach aus Großkampenberg, wenn er an seine Ausritte der vergangenen Jahre denkt. „Viele Menschen habe ich ganz anders wahrgenommen, wenn ich mit ihnen stundenlang durch die Landschaft der Eifel geritten bin“, sagt der passionierte Wanderreiter. Was ihn an der Eifel so fasziniert ist die Vielfalt und Abwechslung in der Natur auf engstem Raum.

Rolf und Uschi Roßbach

Rolf und Uschi Roßbach

Seit 20 Jahren betreut Roßbach die Aktivitäten des Vereins „Eifel zu Pferd“, der mittlerweile bundesweit als Vorzeigeprojekt für Qualitätstourismus gilt. Denn der Verein prüft nicht nur Unterkunftsmöglichkeiten für Pferd und Reiter und vergibt Qualitätssiegel, sondern berät Touristen, die mit einem Vierbeiner die Eifel kennenlernen wollen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Eifel zu Pferd“ bieten Interessierten kostenlose telefonische Beratung, zeigen Unterkunftsmöglichkeiten und halten unterschiedliche Reitrouten bereit.

„Nicht-Reitern empfehle ich vor allem bei Betrieben Urlaub zu machen, die Reitstunden und geführte Ausritte anbieten“, so der Experte. „Reitern mit eigenem Pferd sollten sich im Hinblick der Pferdekondition von unseren Mitarbeitern beraten lassen, welche Routen in Frage kommen. Da reicht manchmal zum Reinschnuppern schon ein verlängertes Wochenende. Wer sportlich ambitionierter unterwegs ist, kann sich für den Eifel-Urlaub auch an regionale Reitvereine wie den Reit- und Fahrverein Eicherscheid bei Simmerath, den Reiterverein Kesternich bei Simmerath oder den Reiterverein St. Georg in Mützenich bei Monschau wenden, die regelmäßig Spring- oder Dressurlehrgänge anbieten. Letzterer veranstaltet in Mützenich zudem jährlich ein großes mehrtägiges Sommerturnier auf seinem Pferdesportzentrum.

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Wenn dort an einem Sommerabend Anfang August die Erde bis ins Hohe Venn bebt, findet das traditionelle Kaltblutrennen statt, bei dem die dicken Arbeitspferde aus der Region ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen. Wer eher den wilden Westen in der Eifel erleben möchte, kann eine Ferienwohnung auf dem Rodehof in Kalterherberg buchen. Auf der „Rode-Ranch“ stehen vier Ferienwohnungen auf dem Bauernhof für kleine und große Cowboys zur Verfügung. Zudem gibt es dort Unterricht im Westernsattel. Ebenso sind Islandpferde mit ihren wuscheligen Mähnen in der Eifel zu Hause. Wer ein ehemaliges Islandpferdegestüt mit Geschichte, den Hof „Vierzehnender“, kennenlernen möchte, kommt in Monschau-Mützenich auf seine Kosten.

Die deutsche Kaderreiterin Charlotte Mainz trainiert hier ihre Islandpferde, die im vierten Gang, dem sogenannten Tölt fast über die Erde schweben. Vor dem ersten Urlaubsritt zu Pferd sollte man unbedingt an die richtige Ausrüstung denken. Reithelm, feste Schuhe und eine enge, bequeme Hose gehören in den Koffer. Kartenerfahrung für längere Touren kann ebenfalls nicht schaden. „Am besten üben Sie zu Hause mit einer Karte in der Hand zu reiten und diese gleichzeitig zu lesen“, rät Ralf Roßbach.

Wanderreiten Eifel zu Pferd

Wanderreiten Eifel zu Pferd

Er selbst führt hauptberuflich den Reiterhof auf dem Dackscheid mit 50 Ponys in Großkampenberg in der Südeifel. Von dort führt er seine Besucher zu Pferde auf alten Schmugglerpfaden entlang des Flusses Our. Die Faszination beim Wanderreiten? „Reiten ist wie Tauchen“, sagt Roßbach. „Wenn sie mit einem Pferd in den Wald reiten, erleben sie die Landschaft und können direkt abschalten.“

Der größte Teil eines Ritts findet in der langsamsten Pferdegangart, dem Schritt statt. So bleibt viel Zeit Heckenlandschaften, Burgen oder Flüsse kennenzulernen. „Wenn man in die dünnbesiedelten Täler kommt, ist Wanderreiten echter Abenteuerurlaub“, so Roßbach. Das Tolle: Pferdeurlaub muss nicht teuer sein. Wem ein einfaches Pensionszimmer mit Vollverpflegung für Reiter und Pferd auf dem Bauernhof reicht und tagsüber von einem Lunchpaket satt wird, kommt durchschnittlich mit 60 Euro pro Tag hin.

Noch ein Grund für den Urlaub hoch zu Ross: In Gruppen von sechs bis acht Personen bietet der Reiturlaub ein tolles Gruppenerlebnis für Familien oder Singles. „Man hockt beim Reiten ja nicht so aufeinander, wechselt beim Ausritt oft die Reihenfolge der Pferde hintereinander“, erklärt Rolf Roßbach. Zudem wird es abends gesellig im Reiterstübchen oder am Lagerfeuer wenn die Pferde versorgt sind und das erste Kaltgetränk lockt. Spätestens dann hat jeder Reiter festgestellt, dass der treueste Wanderpartner mit Sicherheit der Vierbeiner ist.

Und hier noch das passende Buch dazu: Die Stille und das Pferd: Pilgerreise zum Rande der Welt 

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Endlich Eifel bedeutet für mich der Umzug von der Stadt in ein historisches Bauernhaus nach Monschau-Kalterherberg. In der Eifel begeistern mich die hilfsbereiten und liebenswerten Menschen, die einen vom Hohen Venn bis in die belgischen Ardennen begleiten.

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