Ein Blumenhändler in der Eifel

Von in Typen der Eifel
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Ein Blumenhändler in der Eifel. Michael Gröhsges ist Betriebsfachwirt. Warum er die Eifel nie verlassen hat und was das Geheimnis seines Erfolges ist, hat er Endlicheifel gegenüber verraten. Einen kleinen Betrieb in der Eifel zu führen ist nicht leicht. Doch wenn die Eifel für jemanden mehr ist, als nur ein Wohnort, nämlich der Inbegriff von Heimat, dann finden sich Mittel und Wege, den kleinen Betrieb groß zu machen. Der Gärtner Michael Gröhsges ist so jemand. Pelm, die Kasselburg und die umliegende Natur bedeuten für ihn Lebensqualität. Mit Endlicheifel.de hat er über seinen Betrieb gesprochen, über die Herausforderungen, Angestellte zu finden und über das Geheimnis seines Erfolges.

Die Eifel ist meine Heimat
Obwohl Michael Gröhsges viele Freunde außerhalb der Eifel hat, stand für ihn selbst immer fest, dass er in Pelm bleibt. „Wenn ich einmal mehr als 10 Tage unterwegs bin, bekomme ich schon Heimweh!“, lacht er. Dass er nie über einen Umzug nachgedacht hat, hängt natürlich auch damit zusammen, dass Michael Gröhsges wusste, dass er einmal den elterlichen Blumenhandel und Gärtnereibetrieb übernehmen würde.

Doch statt einer Ausbildung zum Gärtner hat er den Betriebsfachwirt gemacht – denn das Wissen über Pflanzen hat er mit in die Wiege gelegt bekommen. „Meine Freundin und jetzige Frau lebte eine Weile in Köln, das war natürlich praktisch, vor allem wegen des Nachtlebens.“ Denn statt den letzten Zug um zwölf zurück nach Gerolstein zu nehmen, konnte er so bis um zwei in den Kölner Diskotheken die Nacht zum Tag machen. Dennoch war für die beiden klar, dass sie ihre Kinder in der Natur aufwachsen sehen wollten.

„Viele ziehen zum Studieren aus der Eifel fort – doch spätestens, wenn Kinder unterwegs sind, kommen sie zurück.“ Doch was macht die Eifel für einen Menschen wie Michael Gröhsges überhaupt aus? „Es ist dieses Herzliche“, antwortete er, ohne nachzudenken. „Nachbarn werden hier zu Freunden, anders, als ich das aus den Städten kenne.“ Und dann fügt er hinzu: „Die Türen stehen hier immer offen. Du kommst, klingelst und bist immer willkommen.“

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Azubis zu finden ist eine Herausforderung Dennoch ist es nicht ganz einfach, für Blumen Gröhsges Azubis zu finden. Denn gerade die jungen Leute zieht es in die Stadt. „Um die Jugend hier zu halten, wären bessere Bahnanbindungen notwendig. Denn hier ist ja nichts. Am Nürburgring ist zwar eine tolle Disco, aber da kann man ja auch nicht jedes Wochenende hingehen.“ In Trier sei es umgekehrt. Da gibt es zwar viele Auszubildende, dafür aber zu wenig Betriebe, die diese ausbilden könnten.

Andererseits sind die Azubis, die er hat sehr erfolgreich. So hat die letzte Floristin 2x an einer Ausschreibung bei Fleurop teilgenommen und wurde nach Berlin eingeladen.

„Auch die Eifeler Floristinnen können in die Welt raus“, lacht er. „Ich selbst ziehe auch immer raus und hole mir Anregungen von außerhalb. Zum Beispiel auf Messen.“

Trotz der Landflucht bemerkt Michael Gröhsges allerdings einen Umschwung. „Ich bin ja nicht nur Geschäftsführer, sondern auch in der Freiwilligen Feuerwehr sehr aktiv“, berichtet er. „Während es etwa zwei Generationen kaum Zuwachs dort gab, ist jetzt die Hälfte der aktiven Mitglieder unter 30.“ Denn der jungen Generation scheint wieder etwas an dem Gemeinschaftsgefühl und dem Zusammenhalt liegen. Und das bekommt man eben doch eher in der Eifel statt in der Stadt. Und ganz besonders bei der Vereinsarbeit. „Es ist nicht nur, dass man ausfährt und Brände löscht“, erzählt Michael Gröhsges, „sondern vor allem die Nähe und die Persönlichkeit, macht die Arbeit bei der freiwilligen Feuerwehr aus.“

Wir halten noch zusammen
Diesen Zusammenhalt merkt auch bei seinen Konkurrenzbetrieben. „Durch die großen Discounter ist es für uns immer schwieriger uns auf dem Markt zu halten. Doch statt uns gegenseitig die Wurst vom Brot zu nehmen, teilen wir es lieber.“ Wie es Michael Gröhsges überhaupt schafft, drei Betriebe in der relativ ruhigen Eifel am Laufen zu halten, liegt wohl an der Art, wie er seine Läden führt. „Die Kunden wissen, dass sie bei uns Qualität und vor allem Menschlichkeit erwarten können.“ So kommen viele Stammkunden in den Laden, die meist mit Vor- und Familiennamen bekannt sind und angesprochen werden. „Die Menschen verbinden uns mit Herzlichkeit.“ In sofern ist der Familienbetrieb, ein Betrieb, der zu den Menschen in der Eifel passt.

Michael Gröhsges

Michael Gröhsges

Der Blumenhändler und die Lieblingsblume
Natürlich wollte Endlicheifel.de von dem Gärtner wissen, der ja eigentlich kein Gärtner ist, welche Lieblingsblume er hat. Und obwohl er sich wünscht, dass mehr Menschen bereits im Herbst die Krokuszwiebeln einpflanzen und somit die Welt im Frühling bunt machen und den Hummeln und Bienen damit Nahrung bieten, ist seine Lieblingsblume doch die Hortensie. „Obwohl sie traditionell ist, hat sie was Modernes, ist widerstandsfähig und macht das ganze Jahr über was her.“ Und im Sommer mit Freunden beim BBQ sitzen und die Hortensien sehen, wie sie sich im Laufe des Jahres verändern gefällt Michael Gröhsges einfach. Auch das ist etwas, was es in der Stadt kaum gibt – denn auf den Balkonen ist für Hortensien noch für BBQ Platz.

Und wer Lust auf tolle Blumen im eigenen Garten hat, der findet in diesem Ratgeber sicherlich auch den ein oder anderen Tipp: Bio-Schnittblumen aus dem eigenen Garten

mm
Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

1 Kommentar

  1. Toller Artikel.
    Den Nagel auf den Kopf getroffen!

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