Dunum, Duna, Daun

Von in Coole Orte, Tourismus
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Ende des 10. Jahrhunderts errichteten die Herren von Daun auf einem Basaltkopf oberhalb des Liesertals eine Burg. Die Ersten waren sie damit nicht, aber mit dem Geschlecht der freien Herren entwickelte sich schließlich über die Jahrhunderte die heutige Kreisstadt. Das Mittelzentrum lebt nicht unwesentlich vom Tourismus in der Vulkaneifel. Das haben wir uns mal angeschaut.

Das historische Zentrum von Daun an der Leopoldstraße mit dem Aufgang zum ehemaligen Burgberg.

Rauf und runter, über schmale Stiegen zu kleinen Plätzen, am Hang entlang, in kleine Senken und wieder den Berg steil hinauf: Wer das Städtchen Daun zu Fuß erkunden will, bringt im Laufe eines kleinen Stadtbummels auch abseits der Geschäftsstraßen einige Höhenmeter hinter sich: Hier ist eben Vulkaneifel!

Die Entwicklung der Stadt spielte sich über Jahrhunderte mehr oder weniger vollständig an der der Lieser abgewandten Seite ab. Unterhalb des aufragenden einstigen Burgplatzes, den heute weithin sichtbar das  „Schlosshotel Kurfürstliches Amtshaus“ neben der evangelischen Kirche besetzt, windet und schlängelt sich die Innenstadt und lebt das muntere Treiben.

Nach vorne, zur Lieser hin, ist Daun hingegen am gerade neu gestalteten historischen Kurpark entspannend grün. Von hier aus kann etwa die Zwei-Tage-Wanderung entlang der Lieser, kurz nach dem  Stadtausgang vorbei am „Dauner Mineralbrunnen“ und weiter Richtung des idyllischen Gemünden, beginnen. Alternativstrecken führen durch Wälder und Wiesen auf halber Höhe zum Örtchen. Weiter geht es dann schließlich oberhalb des Eifel-Flüsschens über den Eifelsteig bis nach Manderscheid und nach Wittlich auf zum Teil schmalen Pfaden direkt am Steilhang des streckenweise schluchtigen Liesertals.

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Viele, die Daun zum ersten Mal besuchen, staunen über das muntere Treiben auf der Leopoldstraße mit dem Veranstaltungszentrum „Forum“, in dem auch die Tourist Information zum „Gesundland Vulkaneifel“ untergebracht ist. Der Claim will den traditionsreichen Kurtourismus in und um Daun neu beleben: Daun ist anerkannter heilklimatischer Kurort und Kneipp-Kurort. Restaurants, Cafés wirken einladend. Der Einzelhandel in der ganzen Stadt ist gut durchmischt und zum Teil auch direkt auf den Eifel-Urlauber ausgerichtet. Geht man die Leopoldstraße hinab, folgt in der Verlängerung die Burgfriedstraße, dann, nach engen Serpentinen, mit der sich verengenden Linden – und Wirichstraße die eigentliche Haupteinkaufsstraße mit ihren Nebengassen.

Hier lohnt sich auch der Abstecher zur katholischen Pfarrkirche, die wie der ehemalige Burgplatz oberhalb ebenfalls auf einer Art Naturplateau steht. Typisch Daun: Eben und gerade ist bei dieser Topographie im Straßenverlauf noch das Wenigste. Aber das macht das Mittel- und Verwaltungszentrum, in dem es bemerkenswerterweise zwei Gymnasien gibt, auch unverwechselbar gemütlich. Und am Ende der Innenstadt wird es dann sogar literarisch: Das „Krankenhaus Maria-Hilf“ in Daun hat es sogar in einige Eifelkrimis von Jacques Berndorf geschafft.  Für viele Vulkaneifeler ist es einfach ihr „Eifel-Krankenhaus“.

Der „Feuerwehrbrunnen“ begründete die Städtepartnerschaft Daun-Carisolo. Die Wappen der Städte, rechts das „Dauner Gitter“, sind in den Granit eingelassen.

Alles das entgeht dem, der Daun nur als Start- oder Zielpunkt für einen der vielen Wanderwege sieht, die die Kreisstadt passieren oder hier starten. Daun ist mehrfacher Etappenort. Am immer leicht zugigen Marktplatz etwa oberhalb der Leopoldstraße steht ein kleiner Brunnen, der eine besonders hübsche Episode aus der Stadtgeschichte erzählt. Dauns Touristiker haben sie aufgeschrieben: 1983, anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Dauner Freiwilligen Feuerwehr, fand ein Luftballonwettbewerb statt. In Carisolo/Trentino, nördlich des Gardasees, landete der am weitesten geflogene Ballon; ein Mädchen dieser Stadt sandte die Grußkarte zurück. In der Folge entwickelte sich ein Kontakt von Feuerwehr zu Feuerwehr, gegenseitige Besuche und Geschenke vertieften die Freundschaft. 1988 überraschte man die Dauner mit einem wertvollen Brunnen aus Granitgestein, gebrochen in einem Steinbruch von Carisolo. Was so mit einem Luftballon begann, der über Grenzen flog, begründete die grenzüberschreitende Städtepartnerschaft Daun-Carisolo.

Doch die wichtigeren Kapitel der Dauner Stadtgeschichte schrieben natürlich Andere. Angefangen von den Römern, die auf dem strategisch so gut gelegenen Basaltkopf oberhalb der Stadt das befestigte Militärlager „Dunum“ errichteten. Stadtbildprägend wurde die Burganlage, die die Freien Herren von Daun – erstmals urkundlich erwähnt ist ein Adelbert von Daun (Adalbero de Duna) 1073 – errichteten. 163 Jahre lebte das Herrengeschlecht hier, bevor es ausstarb und den Namen an einen ehemaligen Dienstmann des Geschlechts weitergab. Die Stadtrechte erhielt Daun 1346, das Marktrecht und das Hochgericht inklusive.

Blick durch eine einstige Schießscharte auf dem Burgberg, ein kleiner Rest der alten Befestigungsmauern ist noch erhakten, auf die katholische Pfarrkirche und das Dauner Krankenhaus. Im Hintergrund das Liesertal.

Das heutige Hotel „Kurtrierischen Amtshaus“ wiederum stammt in seinem ältesten Teil aus dem Jahr 1712 und wurde durch den Trierer Kurfürst und Erzbischof Karl Joseph III. von Lothringen erbaut. Im „Ersten Koalitionskrieg“ kam die Stadt 1794 zu Frankreich, nach dem Wiener Kongress 1815 ins Königreich Preußen. Zwei Jahre später wurde der Landkreis Daun gegründet, der 2017 das 200-jährige Bestehen feiert und sich schon vor einigen Jahren in Landkreis Vulkaneifel umbenannt hat.

Daun hat mit seinen acht Stadtteilen 7994 Einwohner (Stand: 31.12.2015). Wandern, Radwandern auf dem Maare-Mosel-Weg – einer alten Bahntrasse -,  das alle zwei Jahre stattfindende „Tatort Eifel“-Krimifestival (wieder 2019) und die jährliche Laurentius-Kirmes: Das sind einige Veranstaltungshighlights in dem Städtchen an der Lieser. Und wer es gerne schnell und motorisiert mag: Jedes Jahr findet um Daun herum das „Eifel Rallye Festival“ statt.

Titelbild: Markant: Das „Schlosshotel Kurfürstliches Amtshaus“ thront über der Stadt. Der Platz auf dem Basaltkopf war einst auch von den Römern, dann von den Herren von Daun mit einer Wehranlage bebaut worden.

mm
Endlich Eifel – wegen der vielen Facetten, die für mich die liebenswerte Eifel ausmachen. Maare, Felsenlandschaften, wunderschöne endlose Wälder. Eine wertvolle einzigartige Kulturregion mit bedeutenden historischen Klöstern, Burgen, idyllischen Orten mit guter regionaler Küche. Über all das lohnt es sich zu erzählen.

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