Die Birresborner Eishöhlen: Von Natur aus vielseitig

Von in Coole Orte, Wandern
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Festes Schuhwerk an die Füße, Taschenlampe in die Hand, Jacke oder warmen Pullover um die Schultern und auf geht’s: Bergab in die Birresborner Eishöhlen. Sie machen ihrem Namen alle Ehre, denn in den Höhlen wird es nur selten wärmer als 4°C – manchmal maximal 7°C. Doch die drei Höhlen sind nicht nur kalt, sie haben auch eine aufregende Vergangenheit. Die seit 1938 unter Denkmalschutz stehenden Erdlöcher sind zwischen April und Oktober geöffnet und geben einen Teil ihrer Geschichte mit jedem Schritt ins tiefe Erdreich preis.

Nutzung der Eishöhlen

Eingang zu den Birresborner Eishöhlen. (Foto: fotolia)

Die drei Höhlen haben neben ihrem offiziellen Namen noch weitere Bezeichnungen, etwa Mühlsteinhöhlen, Eishöhlenfest, Rückzugsraum oder Fledermaus-Winterquartier. Und dies nicht ohne Grund: schon in römischer Zeit als Steinbruch genutzt, wurden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in den Höhlen Mühlsteine abgebaut, die in ganz Europa verkauft wurden, um Getreide zu schroten. Da das Gestein um die Höhlen seinen Ursprung im Fischbachvulkan hat, ist es angereichert mit den Nebenprodukten des Basalts, der besonders gut geeignet ist für die Verarbeitung von Getreide.

Die Römer sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass es überhaupt die Birrersborner Höhlen gibt. Denn wo vorher nur ein kleiner Vorsprung im Berg war, führt der Weg nun tief unter die Erde. Ihre Tiefe ist also nicht natürlichen Ursprungs, sondern auf die Aktivitäten der Römer zurückzuführen.

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Es ist nicht auszuschließen, dass aufgrund der eisigen Kälte im Gestein, die Höhlen auch als Lagerraum verwendet wurden. Auch im Sommer steigen die Temperaturen selten auf mehr als 4°C und nie mehr als auf 7°C. Oft hängt bis spät ins Jahr hinein das Eis noch von den Wänden.

Doch die klirrende Kälte war nichts im Vergleich zu den Schrecken des Krieges. Im 2. Weltkrieg dienten die Birresborner Höhlen vielen Menschen als Zufluchtsort vor den Gefahren, die durch Bomben und Soldaten überall lauerten. Die aus der Römerzeit hinterlassenen Mühlsteine, die noch heute in den Höhlen auf dem Boden liegen, dürften in dieser düsteren Zeit als Tisch oder als Sitzgelegenheit gedient haben.

Heute fühlen sich in den kühlen Kammern der Birresborner Höhlen Fledermäuse besonders wohl. Dies ist auch der Grund, weshalb sie nur in den Sommermonaten zugänglich sind. Im Winter gehören die Eishöhlen den Fledermäusen, die dort ihre Brut aufziehen oder sich von nächtlichen Jagdmanövern erholen.

Höhlenführung in Birresborn

Die Höhlen liegen tief im Wald. (Foto: fotolia)

Wer die Birresborner Höhlenwelt besuchen möchte, kann dies auf eigene Faust tun. Angst vor schmalen Gängen und einer alles verschlingenden Dunkelheit sollte man aber nicht haben. Wichtig ist in jedem Fall eine Taschenlampe und festes Schuhwerk.

Wer nicht alleine in die Höhlen möchte, der kann sich einer öffentlichen Führung anschließen. Jeden 2. Freitag im Monat geht es mit einem Guide in die klirrende Kälte der Unterwelt. Die Kosten betragen 3 Euro für Kinder und 7 Euro für Erwachsene. Wer keine eigene Taschenlampe hat, bekommt eine gestellt, genauso wie einen Helm. 

Mehr Infos und Terminvereinbarungen: Telefon 06553 3289 | brunhilde.rings@web.de

Rund um Birresborn und das Fischbachtal 

Als staatlich anerkannter Erholungsort bringt Birresborn alles mit, um vom Alltag abzuschalten. Um Birresborn herum führen ganz verschiedene Wanderwege durch das Fischbachtal, in dem die Birresborner Höhlen liegen. Ein Rundweg zu den Eishöhlen beginnt direkt in Birresborn am Parkplatz gegenüber der Volksbank. Anfangs führt der Weg durch die Fischbachstraße bis zum Steinreich, wo es nach rechts geht. Von da ist der Wanderweg ausgeschildert. Er ist überwiegend im Wald gelegen und führt nur selten übers offene Feld. Auf seiner Route liegen auch die 200 Jahre alten Eichen, die in der Gegend sowie weit über die Eifeler Grenzen hinaus den Beinamen „Adam und Eva“ tragen.

Ein anderer Wanderweg führt zum Vulkan Kalem, der zu den ältesten und größten Vulkanen der Vulkaneifel zählt. Von Birresborn aus führt der etwa 4,5 Kilometer lange Wanderweg direkt zu dem Naturwunder. Die 2,5 Stunden dauernde Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Birresborn oder ab Bahnhof Birrsborn, von wo aus der Weg ausgeschildert ist. Anders als die Strecke zu den Eishöhlen, führt diese Tour zum Vulkan über weite, offene Felder und gibt den Blick auf die herrliche Landschaft der Vulkaneifel frei. Der Trichtervulkan selbst ist inzwischen mit Gräsern, Moos und Ginster ergrünt. Die üppige Landschaft lässt sich bei einer Wanderung um den Krater voll genießen.

Birresbaum eignet sich sowohl für einen kurzen Tagesausflug, als auch für einen längeren und erholsamen Aufenthalt. In dem kleinen Ort gibt es Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen in denen nach der frostigen Kälte der Eishöhlen die Wanderschuhe ausgezogen werden können, um sich in einer warmen Decke wieder richtig schön aufzuwärmen.

mm
Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

2 Kommentare

  1. wick peter 5 Tagen vor

    wieso waren die Römer bis ins 19te Jahrhundert dort !! waren welche übrig geblieben ??

    • mm
      Jeannette 5 Tagen vor

      …schon in römischer Zeit als Steinbruch genutzt wurden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in den Höhlen Mühlsteine abgebaut… – So ist es korrekt!

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