Constanze Röhm – Die Pferde-Beraterin

Von in Typen der Eifel
Anzeige

Spezialistin Constanze Röhm aus der Eifel ist bei Pferdeleuten gefragt. Wenn die Futtermittelberaterin in die Reitställe gerufen wird, sind die Vierbeiner unterernährt, dick oder krank. Röhm stellt dann den richtigen Ernährungsplan für falsch gefütterte Pferde auf.

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen wenn Sie mit dem Auto durch die Eifel fahren und auf die Wiesen schauen. Manche Pferde auf den Weiden sehen so aus als hätten sie Magersucht oder würden an Fettleibigkeit leiden. Doch wer kümmert sich um die fehlernährten Vierbeiner? „Mein Beruf ist oft traurig“, sagt Constanze Röhm, „denn wenn ich auf Tour fahre, schaue ich mir täglich fünf bis zehn kranke Pferde an“, so die selbständige Futtermittelberaterin aus Boos in der Eifel.

Sie erkennt schon am Glanz des Pferdefells, ob das Futter der Tiere gut ist. Nach Röhms Schätzung leben etwa 1,5 Millionen Pferde in Deutschland. Folglich kennt sich nicht jeder Pferdehalter gut mit der Fütterung seines vierbeinigen Lieblings aus. Auch wenn das Grundprinzip vielen Haltern klar ist, viel Raufutter, also Heu zu füttern und möglichst wenig Kraftfutter wie Hafer zu geben, greifen viele Pferdebesitzer mit großer Unwissenheit zur Futterkelle.

„Die Menschen müssen einfach ganz genau lernen, was ein Pferd wirklich braucht oder nicht braucht“, betont die Pferdefutterkennerin Denn nicht alle Vierbeiner werden jeden Tag intensiv geritten und stehen unterschiedlich lange auf der Weide. Röhms Kunden melden sich meist erst, wenn schon ein ernst zu nehmendes Ernährungsproblem ihres Pferdes vorliegt. „Wenn ich zu den kranken Tieren komme, sehe ich mir den Stall genau an, mache eine Analyse des Futters und unterhalte mich mit dem behandelnden Tierarzt. Alleine das dauert bis zu anderthalb Stunden. Vom Pony bis zum Kaltblutpferd ist bei meinen Patienten alles dabei“, erzählt Röhm.

Anzeige

„Mein teuerstes Pferd, das ich behandle ist über eine Million Euro wert. Aber auch die nicht so wertvollen Tiere werden von mir genauso gleich behandelt. Das ist mir ganz wichtig“, so die Fachfrau. Röhm ist mittlerweile so gefragt, dass Pferdebesitzer in der Regel drei bis neun Monate auf einen Termin warten müssen. 40 größere Pferdebetriebe besucht die Wissenschaftlerin im Jahr, um auch für größere Ställe eine wirtschaftlich gute Futter-Lösung zu finden.

In ihrem rheinland-pfälzischen Büro in Boos wertet Röhm die gewonnenen Informationen von ihren Vor-Ort-Terminen aus und entwickelt dann einen speziellen Futterplan für das jeweilige Pferd. Wie viel Kilo Heu das Pferd braucht, ob der Hafer ganz wegbleiben kann oder ob das Tier bestimmte Kräutermischungen benötigt, um an Gewicht zu- oder abzunehmen. „Wenn die Pferdebesitzer die Haltung verändern und den Futterplan befolgen, kann es dann noch ein bis drei Monate dauern, bis das Pferd wieder in einem guten Ernährungszustand ist“, erklärt Constanze Röhm. 180 Euro plus Anfahrt kostet die individuelle Beratung für den Vierbeiner. „Bei meinem Beruf habe ich eines gelernt: Pferde erholen sich von fast allem!“

Bis man eine qualifizierte Futtermittelberaterin ist, muss man einiges lernen. Neben Agarwissenschaft hat Constanze Röhm zwölf Semester Pferdewissenschaften an der britischen Universität in Essex studiert, lehrte danach als selbständige Dozentin an einer niederländischen Universität und darf in Deutschland sogar Tierärzte schulen. Die Lehre liegt ihr sehr am Herzen, denn heute hält sie bis zu 20 internationale Kurse pro Monat für Studenten oder interessierte Pferdeleute.

Röhms Spezialgebiet sind vor allem Magen-Darmerkrankungen beim Pferd. „Ein Magengeschwür äußert sich zum Beispiel darin, dass die Pferde mit den Zähnen knirschen, viel gähnen oder ihr Fressverhalten verändern“, so Röhm. „Ich muss herausfinden, warum das Pferd an dem Magengeschwür leidet. Das Tier hat dann schon über Monate Schmerzen, die vielfach schlimmer als ein menschliches Sodbrennen sind“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Ich kann als Expertin Empfehlungen aussprechen, welche Futterrationen dem Pferd zu geben sind.“

Constanze Röhm fühlt sich im Eifeldorf Boos wohl:. „Ich kann morgens den Milan fliegen sehen!“

Da Constanze Röhm jeden Tag beruflich von Menschen umgeben ist, genießt sie seit drei Jahren die Ruhe in dem kleinen Eifeldorf Boos. „Früher habe ich mit meinem Mann im Rheinland gelebt, weil ich gebürtig aus Langenfeld komme, aber die Eifel bietet mir Natur, Leere und Stille“, sagt die 38-Jährige. „Ich will morgens den Milan fliegen sehen!“

Die Agarwissenschaftlerin legt zudem auf ihrem privaten Hof Wert auf Nachhaltigkeit. „Mit unseren Pferden rücken wir sogar das Holz selbst“, sagt die Pferdefrau, die in ihrer Freizeit gerne in der Eifel ausreiten geht oder Kutsche fährt. Wenn sie Pferdehalter täglich über das richtige Futter berät, liegt es nahe, dass die Expertin selbst Wert auf eine gesunde Ernährung legt. „Wir bauen auch einen Großteil unseres Gemüses selbst an. Zucchini anbauen ist ja wirklich nicht schwierig“, lacht die Hobby-Landwirtin. Letztendlich ist es wie mit der Beratung ihrer kranken Pferde. Einfach mal ganz genau hingucken und hinterfragen, was braucht die Pflanze wirklich.

mm
Endlich Eifel bedeutet für mich der Umzug von der Stadt in ein historisches Bauernhaus nach Monschau-Kalterherberg. In der Eifel begeistern mich die hilfsbereiten und liebenswerten Menschen, die einen vom Hohen Venn bis in die belgischen Ardennen begleiten.

0 Kommentare

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*