Bruno Knopp – Ein Kölner Wanderführer in der Eifel

Von in Typen der Eifel
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Wieso der Wanderführer Bruno Knopp immer wieder in die Eifel kommt und wie er den Menschen beim Staunen hilft.

Bruno Knopp

Bruno Knopp

„Still Eifel in my mind“, ist ein Satz, den Bruno Knopp immer wieder von sich gibt. Und das, obwohl er ein waschechter Kölner ist. Er wuchs in der Großstadt auf, ging dort zur Schule, studierte in Bonn, zelebrierte das Nachtleben in der Metropole und hat auch heute noch seinen Lebensmittelpunkt als Stadtführer in der Domstadt. Wie kommt es also, dass es ihn immer wieder in die Eifel zieht? Wieso sprudelt seine Stimme vor Begeisterung, wenn er von der Landschaft der Eifel spricht? Wir wollten es wissen und haben den gebürtigen Kölner befragt. „Es zieht mich dort magisch hin“, sagt Bruno Knopp. „Mein Lebensmittelpunkt ist zwar in Köln, doch meine Füße sind in der Eifel.“ Und das hat auch seinen Grund, denn der studierte Geograf hat in der Eifel seine Wurzeln. „Mein Urgroßvater Franz Knopp stammt aus Wittlich und mein Großvater August Knopp ist in Zell an der Mosel geboren und wuchs in Bitburg auf, bevor er nach Trier umzog.“ Obwohl für viele geborene Eifelaner Trier nicht zur Eifel zählen mag – für den Kölner Bruno Knopp gehört Trier zumindest zur Hälfte dazu.

So wie ihn mag es vielen Menschen gehen. Selbst zwar nicht in der Eifel geboren, haben sie dennoch ihre Wurzeln in einer der abwechslungsreichsten Gegenden Deutschlands. Und wer sich ein bisschen mit der Geschichte dieses Landstrichs auseinandersetzt, kann vor seinen Ahnen nur den Hut ziehen. So, wie es Bruno Knopp tut. „Mitte des 19 Jahrhunderts nannte man die Eifel noch preußisch Sibirien“, erläutert er uns.

„Die Eifel war total arm.“ Regenreich verlassen, mit Wölfen bevölkert, die die paar Schafe der Bewohner rissen. Und dennoch trotzen seine Vorfahren den widrigen Lebensbedingungen. „Aus meinen Verwandten ist ungeachtet dessen etwas geworden, und das beeindruckt mich.“ Als Kind war er in jeden Herbstferien in der Eifel. Es war wie ein festes Ritual. Immer in den gleichen Ort nach Deudesfeld und in die gleiche Pension. „Ich wusste, wo die Laubfrösche rumsprangen. Ich wusste alles, ich wusste, wo was war.“ Bruno Knopp verbindet mit der Eifel nur Gutes – und seine Familie. Auf die Frage, was Familie für ihn bedeutet, antwortet er, ohne zu zögern: „Familie heißt für mich Wurzeln.

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Und wenn die Familie etwas Gutes war, wie das bei meinen Verwandten aus Trier der Fall ist, dann bedeutet es Erdung und Stabilität.“ Erinnerungen, wie die Wanderungen zum Kloster Himmerod, wo es dann immer Eis gab oder von Deudesfeld Richtung Meerfelder Maar auf den Landesblick sind auch heute noch für Bruno Knopp lebendig. „Es ist einfach geil, wenn man als Kind schon die Spuren der Tiere lesen kann“, schwärmt er weiter.

Selbst als Jugendlicher hat Bruno Knopp sich nicht von der Eifel abgewandt. „Manchmal sind wir von Köln aus gezielt zu einer Turnhalle in der Eifel gefahren, wo gerade die Eifel-Disco stattfand und haben dort Party gemacht und im Zelt gepennt.“ Das waren wilde Zeiten, die dem Partyleben in der Großstadt Köln in nichts nachstanden. Doch auch als sechzehn- oder siebzehnjähriger zieht es Bruno Knopp immer wieder in die Stille der Eifel. „Hin- und wieder bin ich in das Kloster Himmerod gefahren und habe dort ein paar Tage ganz für mich allein Kraft getankt.“

Eine Landschaft verstehen gibt Sicherheit
So abwechslungsreich und bunt wie diese Erinnerungen ist der Landstrich selbst. Schon als Kind ist Bruno Knopp aufgefallen, dass die Eifel im Vergleich zum Bergischen Land viel reichhaltiger und vielfältiger ist. „Du hast die Vulkane, die wie Sahnehauben aufragen, die Maare, die wie Augen in die Höhe schauen und auf etwa 100 x 60 Kilometer so viele unterschiedliche Landschaftsformen wie in keinem anderen Mittelgebirge in Deutschland.“ Vielleicht waren es diese frühen Erlebnisse und Beobachtungen, die Bruno Knopp schließlich zu seinem Studium der Geografie brachten. „Wenn man eine Landschaft versteht, versteht man vielleicht auch besser die Menschen, die darin leben. Den Raum, in dem ich mich bewege, zu verstehen gibt mir Sicherheit.“

Gute Laune auf Bruno Knopps (links) Eifelführungen. Fotografin: Melanie Verwohl

Nicht nur eine Wanderung
Wenn der Kölner heute geführte Ausflüge durch die Eifel anbietet, dann möchte er dieses Verständnis weitergeben. „Ich gebe meinen Kunden einen Grundkurs im Landschaftslesen. Weshalb wachsen dort welche Bäume, warum leben hier bestimmte Tierarten und wie kommt die Besiedlungsstruktur der Dörfer zustande.“ Damit möchte er den Menschen auch beim Staunen helfen. Denn „je mehr Informationen du hast, desto besser kannst du die Welt um dich herum bewundern.“

Im Grunde ist er damit ein Heimatkundler. Allerdings kein verstaubter alter Opa, wie er sagt, sondern ein Freak mit Glatze, der auf Hardrock steht. Bruno Knopp möchte keine langweiligen Führungen anbieten, die sofort vergessen werden, sondern mit viel Witz und Humor den Menschen erklären, wo sie ihre Füße hinstellen. Mit dem Wanderführer Bruno Knopp geht man nicht einfach durch die Landschaft, sondern durch die Vergangenheit – und hat dadurch die Chance, den eigenen Wurzeln noch tiefer auf den Grund zu gehen.

Übrigens, am 26. März 2017 bietet Bruno Knopp wieder eine geführte Wanderung zur Landschafts- und Kulturgeschichte an. Sie führt unter anderem zur Kakushöhle bei Eiserfey und zu Zeugnissen der römischen Wasserleitung nach Köln: „Alter! Geographie und Historie der Nordeifel“

Weitere Informationen und Anmeldung direkt bei Bruno Knopp.

mm
Ich liebe die Natur der Eifel und das Schreiben ermöglicht mir, die Eifel auf eine ganz besondere Weise kennenzulernen. Denn ich erfahre Dinge, die ich vorher nicht wusste und das inspiriert mich.

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